{"id":5797,"date":"2018-05-02T09:06:13","date_gmt":"2018-05-02T07:06:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5797"},"modified":"2018-05-02T09:06:13","modified_gmt":"2018-05-02T07:06:13","slug":"kuehn-hat-aerger-hoerbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5797","title":{"rendered":"K\u00fchn hat \u00c4rger (H\u00f6rbuch)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/47030371z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5798\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/47030371z-284x300.jpg\" alt=\"\" width=\"284\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/47030371z-284x300.jpg 284w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/47030371z.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 284px) 100vw, 284px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Jan Weiler, K\u00fchn hat \u00c4rger (H\u00f6rbuch), der H\u00f6rverlag 2018, ISBN 978-3-8445-2554-0<\/p>\n<p>Nachdem sich der Schriftsteller Jan Weiler, einer der erfolgreichsten seiner Zunft in Deutschland, nach seinem ersten Roman \u00fcber den M\u00fcnchner Kommissar Martin K\u00fchn, den er 2015 ver\u00f6ffentlichte, in den letzten beiden Jahren vorwiegend mit seinem \u201ePubertier\u201c und anderen literarischen Projekten besch\u00e4ftigte, legt er nun mit \u201eK\u00fchn hat \u00c4rger\u201c seinen zweiten und hoffentlich nicht letzten Roman \u00fcber das Leben und die Arbeit eines ganz besonderen Kommissars vor, mit dem er wie beim ersten auch sehr subtile und kluge Beobachtungen gesellschaftlicher Ph\u00e4nomen literarisch gekonnt verkn\u00fcpft mit Einsichten in menschliche Innenwelten ( nicht nur die des Kommissars selbst).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der letzten Zeit ist es Martin K\u00fchn nicht eben gut gegangen. Nachdem er seinem ungesunden Lebensstil und den immer st\u00e4rker werdenden Anstrengungen seines Berufs Tribut zollen musste und nach einem Zusammenbruch sich in einem Reha-Zentrum f\u00fcr Beamte mehr oder weniger gut erholt hat, kann er sich nach seiner Heimkehr nicht lange mit der ich n nach wie vor qu\u00e4lenden Frage auseinandersetzen, ob er in seinem Leben eher Opfer oder T\u00e4ter ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem sie direkt nach seiner R\u00fcckkehr aus der Reha eine recht gute Zeit miteinander hatten, muss Martin K\u00fchn nun wieder seiner Arbeit nachgehen und feststellen, dass seine Frau Susanne sich merkw\u00fcrdig verh\u00e4lt. Das wird in der Folge der Handlung so weit gehen, dass Martin sie unter dem Verdacht hat, mit seinem rechtsradikalen Nachbarn ein Verh\u00e4ltnis zu haben und er selbst auf ihm bisher unbekannte Weise versucht ist, selbst einen intimen Fehltritt zu begehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und die fr\u00fcher eher gel\u00f6ste Stimmung unter seinen Kollegen ist angespannt, seit eine neue Leitungsstalle ausgeschrieben worden ist, und jeder den anderen unter den Bewerbern vermutet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf solch doppelte Weise verunsichert, wird K\u00fchn zusammen mit seinem Kollegen Steierer mit den Ermittlungen im Todesfall eines aus Libanon stammenden Jugendlichen namens Amir beauftragt. Er wurde nachts an einer Bushaltestelle von einer Gruppe anderer Jugendlicher brutal erschlagen, so jedenfalls ist die erste Vermutung. Amir war befreundet mit Julia, Tochter aus guten Hause. Die Familie van Hauten ist durch zweifelhafte Patentgesch\u00e4fte der Vorfahren sehr reich geworden. Neben der Tochter Julia gibt es noch den etwas \u00e4lteren Sohn Florin, von dem sich herausstellen wird, dass sich hinter seiner freundlichen Fassade etwas verbirgt, was seine Eltern schon seit seiner Geburt \u00fcbert\u00fcnchen wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als K\u00fchn die Familie zum ersten Mal besucht, ist er sehr angetan von dem Umgangsformen und der wohltuenden Freundlichkeit der Familie, die er als echt wahrnimmt. Er erf\u00e4hrt, dass der ehemals kleinkriminelle Amir, kaum hat er Julia kennengelernt, eine wahre Metamorphose in seinem verhakten und seinem Auftreten durchl\u00e4uft,. Er geht wieder in die Schule, lernt, schreibt gute Noten und erfolgreiches Abitur liegt zum ersten Mal in seinem bisher verkorksten Leben im Rahmen des M\u00f6glichen. Das legt auch an der \u00fcberaus freundlichen Aufnahme, die Amir durch Julias Familien erf\u00e4hrt, die ihn sogar im Sommer f\u00fcr drei Wochen mit in den Familienurlaub nimmt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch warum und von wem wurde Amir dann ermordet, brutal erschlagen und dann auf der Stra\u00dfe liegen gelassen? Mit aller seiner Kraft h\u00e4ngt sich K\u00fchn in diesen Fall, versucht die geheimnisvolle Dynamik der Familie van Hauten\u00a0 zu verstehen, die er schon beim\u00a0 allerersten Besuch gesp\u00fcrt hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>All das nat\u00fcrlich auf dem Hintergrund des unterschwellig g\u00e4renden Konkurrenzkampfes im Dezernat, der so jedenfalls neu ist f\u00fcr K\u00fchn und ihm genauso zusetzt, wie die Diagnose seines Amtsarztes, den er erst nach wochenlangen Erinnerungen seiner Vorgesetzten endlich aufsucht und der ihm einen extrem hohen PSA-Wert bei der letzten Blutprobe offenbart, die Vermutung einer ernsten Erkrankung der Prostata \u00e4u\u00dfert und sofort weitere Untersuchungen fordert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch daf\u00fcr hat K\u00fchn zun\u00e4chst genauso wenig Zeit, wie daf\u00fcr, sich um eine sich ihm entfremdenden Frau zu k\u00fcmmern. Immer Zeit aber hat f\u00fcr seine ausufernden philosophischen Gedanken \u00fcber Gott und die Welt und vor allen seine eigenen Platz darin. Diese \u00dcberlegungen sind neben den ironischen und bissigen Hieben Weilers auf die Gesellschaft und der eigentlichen Krimihandlung so etwas wie das literarische Salz in diesem spannenden und unterhaltsamen Roman.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Beschreibung von Martin K\u00fchns eigenbr\u00f6tlerischen und au\u00dfergew\u00f6hnlichen Verh\u00f6rmethoden, die seine Gegen\u00fcber, ohne dass sie es merken, zu den entscheidenden Aussagen bringen, ist f\u00fcr jeden Krimiliebhaber ein besonderer Genuss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weiler hat mit Martin K\u00fchn wieder eine hoffentlich bald wiederkehrende Figur erfunden, die dem Leser menschlich ganz nahe kommt, er hat seine Geschichte eingebunden in den normalen Alltag von Kleinb\u00fcrgern in einer M\u00fcnchener Vorstadt und Megareichen au\u00dferhalb und seinen ermittelnden Kommissar mit einer T\u00e4terstruktur konfrontiert, die ihn alle ihm zu Verf\u00fcgung stehende Intuition abfordert und ihn dennoch an die Grenze bringt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ob und wie er diese Grenze \u00fcberwindet, wird hier nicht verraten. Vieles wird auch erst der dritte K\u00fchn-Roman ans Licht bringen, den wir hoffentlich schon n\u00e4chstes Jahr werden lesen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die vom Autor selbst eingelesene ungek\u00fcrzte H\u00f6rbuchfassung gibt dem H\u00f6rer nicht nur einmal das bestimmte Gef\u00fchl,\u00a0 dass mehr von Jan Weiler in Martin K\u00fchn drin steckt, als der vielleicht selbst wei\u00df.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Jan Weiler, K\u00fchn hat \u00c4rger (H\u00f6rbuch), der H\u00f6rverlag 2018, ISBN 978-3-8445-2554-0 Nachdem sich der Schriftsteller Jan Weiler, einer der erfolgreichsten seiner Zunft in Deutschland, nach seinem ersten Roman \u00fcber den M\u00fcnchner Kommissar Martin K\u00fchn, den er 2015 ver\u00f6ffentlichte, in den letzten beiden Jahren vorwiegend mit seinem \u201ePubertier\u201c und anderen literarischen Projekten besch\u00e4ftigte, legt &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5797\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">K\u00fchn hat \u00c4rger (H\u00f6rbuch)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5797","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5797","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5797"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5797\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5799,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5797\/revisions\/5799"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5797"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5797"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5797"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}