{"id":5818,"date":"2018-05-02T10:12:56","date_gmt":"2018-05-02T08:12:56","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5818"},"modified":"2018-05-02T10:12:56","modified_gmt":"2018-05-02T08:12:56","slug":"der-laengste-winter-die-vergessene-geschichte-der-juden-im-besetzten-rom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5818","title":{"rendered":"Der l\u00e4ngste Winter. Die vergessene Geschichte der Juden im besetzten Rom"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/48096395z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5819\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/48096395z-201x300.jpg\" alt=\"\" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/48096395z-201x300.jpg 201w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/48096395z.jpg 318w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Andrea Riccardi, Der l\u00e4ngste Winter. Die vergessene Geschichte der Juden im besetzten Rom, Theiss 2017, ISBN 978-3-8062-3622-4<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem die Herrschaft Mussolinis in Italien zusammengebrochen war, besetzten deutsche Truppen im September 1943 die Hauptstadt Rom. F\u00fcr die r\u00f6mischen Juden, die bisher relativ sicher gelebt hatten begann nun ein schrecklicher, bis zur Befreiung im Juni 1944 dauernder \u201elanger Winter\u2039\u201c. In diesen Monaten versuchten die deutschen Besatzer ihre Politik der \u201eEndl\u00f6sung\u201c auch im bis dahin f\u00fcr die Juden sicheren Rom durchzusetzen. Etwa 2000-3000 r\u00f6mische Juden vielen dieser Politik zum Opfer. Riccardi erz\u00e4hlt in einem Interview:<\/p>\n<p><em>&#8222;Die Juden und viele R\u00f6mer konnten sich das nicht vorstellen, aber am Tagesanbruch des 16. Oktober kam es zu dieser schrecklichen Situation: Die Deutschen der SS gingen mit einer Liste, die sie von der Kultusgemeinde geholt hatten, von Haus zu Haus und suchten die Juden. Einige fl\u00fcchteten, einige versteckten sich, viele wurden gefangen genommen. In diesem Moment fing der &#8218;l\u00e4ngste Winter&#8216; an.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Er zeigt in seinem Buch jedoch, dass etwa 10.000 r\u00f6mische Juden \u00fcberlebten, haupts\u00e4chlich deshalb, weil sie in Kl\u00f6stern, Pfarreien und Liegenschaften des Vatikanstaats sicheren Unterschlupf und Asyl fanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dies war wohl auch einer mutigen Haltung von Papst Pius XII. zu verdanken, den der Dramatiker Rolf Hochhuth in seinem St\u00fcck \u201eDer Stellvertreter 1960 schwer beschuldigte. Das Buch von Riccardi kann man als so etwas wie eine kleine Rehabilitation dieses Papstes verstehen, denn ohne die p\u00e4pstliche Genehmigung\u00a0 w\u00e4re das Asyl f\u00fcr tausende von Juden auf dem Gel\u00e4nde und in Geb\u00e4uden des Vatikanstaates nicht denkbar gewesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Riccardi erz\u00e4hlt mit vielen neuen Informationen und historischen Einsch\u00e4tzungen die Geschichte der kurialen Politik unter der deutschen Besatzung, vor allem aber die bewegende Geschichte der verfolgten Juden, ihrer kirchlichen Helfer und einer heute fast vergessenen, mutigen Rettungsaktion. Er erz\u00e4hlt meisterhaft ein historisches Ereignis mit dem Duktus eines Journalisten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Andrea Riccardi, Der l\u00e4ngste Winter. 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