{"id":5867,"date":"2018-05-02T12:44:21","date_gmt":"2018-05-02T10:44:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5867"},"modified":"2018-05-02T12:44:21","modified_gmt":"2018-05-02T10:44:21","slug":"das-maedchen-mit-dem-fingerhut-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5867","title":{"rendered":"Das M\u00e4dchen mit dem Fingerhut"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/47731697z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5868\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/47731697z-188x300.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/47731697z-188x300.jpg 188w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/47731697z.jpg 298w\" sizes=\"auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Michael K\u00f6hlmeier, Das M\u00e4dchen mit dem Fingerhut, DTV 2018, ISBN 978-3-423-14617-3<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Orte und St\u00e4dte, in denen der schmale \u00a0Roman \u00a0von Michael \u00a0K\u00f6hlmeier \u00a0spielt, k\u00f6nnen in<em> j<\/em>edem Land Westeuropas liegen. Ein Europa, das in diesen Tagen zu zerbrechen droht an einer Herausforderung, die sich die meisten Regierungen weigern, gemeinsam zu meistern und zu l\u00f6sen. Ob dies \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist, ohne wesentliche Werte aufzugeben und f\u00fcr unantastbar gehaltene Rechte auszusetzen, das wird die Zukunft zeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Michael K\u00f6hlmeier Roman handelt von Kindern. Drei von Hunderttausenden, \u00a0die sich mit Eltern oder alleine auf den Weg in eine vermeintlich bessere \u00a0Zukunft gemacht \u00a0haben und versuchen, in einem fremden Land ohne \u00a0Sprachkenntnisse \u00a0zu \u00fcberleben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das sechsj\u00e4hrige M\u00e4dchen, \u00a0dessen Geschichte \u00a0Michael K\u00f6hlmeier sensibel und mit einer schlichten, poetischen Sprache verfolgt, \u00a0ist mit einem &#8222;Onkel&#8220;, der nicht n\u00e4her beschrieben wird, \u00a0ins Land \u00a0gekommen. Der setzt sie auf dem Marktplatz einer \u00a0gr\u00f6\u00dferen Stadt \u00a0vor dem Laden von Bogdan ab, \u00a0einem freundlichen H\u00e4ndler, der dem stummen M\u00e4dchen zu essen gibt. Sein Freund, der Fischh\u00e4ndler, unterst\u00fctzt ihn dabei, r\u00e4t jedoch, die Polizei zu rufen, um sich nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Als das M\u00e4dchen das Wort &#8222;Polizei&#8220; h\u00f6rt , beginnt es zu schreien wie am Spie\u00df.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abends holt sie der Onkel an einer verabredeten Stelle wieder ab und setzt sie am n\u00e4chsten Tag wieder bei Bogdan ab. Als nach einigen Tagen \u00a0der Onkel \u00a0nicht da ist, irrt das M\u00e4dchen durch die Stadt und wird irgendwann von einer freundlichen Polizeibeamtin in ein Heim gebracht. Dort trifft sie auf einen \u00e4lteren Jungen namens Schamhan und den kleinen \u00a0Arian. Schamhan kennt sowohl die Sprache des M\u00e4dchens als auch die des kleinen Jungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie fliehen aus dem Heim und versuchen sich durchzuschlagen. Schamhan redet von einem Haus, das er finden will, wo sie \u00fcber den Winter \u00a0bleiben k\u00f6nnen, \u00a0weil seine \u00a0Bewohner im S\u00fcden in der Sonne sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Niemand wei\u00df, \u00a0wo die Kinder herkommen. Das M\u00e4dchen wird Yiza \u00a0genannt, weil es auf eine entsprechende nicht verstandene Frage dieses Wort gesagt hat. \u00a0Irgendwann ist auch der gro\u00dfe<\/p>\n<p>Junge \u00a0verschwunden, und auch Arian kommt nicht wieder, als eine alte Frau das M\u00e4dchen bei sich aufnimmt, offenbar ohne die Beh\u00f6rden zu informieren. \u00a0Doch Arian findet sie Monate sp\u00e4ter, schl\u00e4gt die alte Frau brutal nieder, und sie fliehen erneut.<\/p>\n<p>&#8222;Arian ist \u00a0der Kapit\u00e4n. \u00a0Er geleitet \u00a0das Schiff zu den Freunden und in den Sommer. Die Freunde, das sind \u00a0eine Horde \u00a0von Zerlumpten, die bereits zu alt sind f\u00fcr Mitleid und R\u00fchrung. &#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit diesen \u00a0Worten l\u00e4sst Michael K\u00f6hlmeier seinen nachdenklichen Roman enden. Einen Roman, der erz\u00e4hlt \u00a0von Menschen ohne Herkunft. Ein Roman, der sich Sentimentalit\u00e4ten verweigert und dennoch mit kr\u00e4ftigen Worten und lebendigen Bildern erz\u00e4hlt \u00a0von der kindlichen Kraft \u00a0des \u00dcberlebens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Buch ohne gutes Ende, obwohl sich im seinem Verlauf an mehreren \u00a0Stellen ein solches anbot. Aber die Wirklichkeit \u00a0sieht oft anders aus. Dunkler, \u00a0trauriger, ohne wirkliche Hoffnung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Michael K\u00f6hlmeier, Das M\u00e4dchen mit dem Fingerhut, DTV 2018, ISBN 978-3-423-14617-3 &nbsp; Die Orte und St\u00e4dte, in denen der schmale \u00a0Roman \u00a0von Michael \u00a0K\u00f6hlmeier \u00a0spielt, k\u00f6nnen in jedem Land Westeuropas liegen. 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