{"id":5919,"date":"2018-05-09T16:23:32","date_gmt":"2018-05-09T14:23:32","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5919"},"modified":"2018-05-09T16:23:32","modified_gmt":"2018-05-09T14:23:32","slug":"die-geschichte-des-verlorenen-kindes-hoerbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5919","title":{"rendered":"Die Geschichte des verlorenen Kindes (H\u00f6rbuch)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/48963054z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5920\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/48963054z-284x300.jpg\" alt=\"\" width=\"284\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/48963054z-284x300.jpg 284w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/48963054z.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 284px) 100vw, 284px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Elena Ferrante, Die Geschichte des verlorenen Kindes (H\u00f6rbuch), der H\u00f6rverlag 2018, ISBN 978-3-8445-2584-7<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der lange von einer immer gr\u00f6\u00dferen Fangemeinde erwartete Abschluss einer literarisch einzigartigen Tetralogie einer sich immer noch erfolgreich in der Anonymit\u00e4t haltenden italienischen Autorin liegt nun vor und ich nehme an, zehntausende von Lesern haben in den letzten Tagen so wie der Rezensent kaum etwas anderes getan, als die letzten 600 Seiten dieses monumentalen Werkes \u00fcber eine absolut ungew\u00f6hnliche lebenslange Frauenfreundschaft zu verschlingen und zu erfahren, wie sich das im ersten Band als Grund f\u00fcr dieses Werk genannte pl\u00f6tzliche Verschwinden von Lila im Alter von 66 Jahren erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst blendet Elena Ferrante zur\u00fcck in die Zeit Mitte der siebziger Jahre, als Elena, eine mittlerweile auch in anderen L\u00e4ndern bekannte Schriftstellerin jeglichen Kontakt zu ihrer lebenslangen Freundin Lila vermeidet. Doch 1979 zieht sie, offiziell um authentischer schreiben zu k\u00f6nnen, wieder in den Rione in Neapel zur\u00fcck und die alte N\u00e4he zu Lila wird neu belebt. Die ist mittlerweile zusammen mit ihrem Partner eine erfolgreiche Unternehmerin geworden. Beide Freundinnen erfolgreich und reif geworden \u2013 das h\u00e4tte normalerweise die Grundlage sein k\u00f6nnen f\u00fcr eine Abkehr von der jahrzehntealten Konkurrenz, die sie beide pflegen bis hin zur Grenze der Selbstzerst\u00f6rung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mir ist gerade in diesem letzten vierten Band, der das Verh\u00e4ltnis der beiden Frauen und ihr jeweiliges unruhiges Leben von Mitte der siebziger Jahre bis hin zu ihrem Alter und Lilas mysteri\u00f6sem Verschwinden beschreibt, nachdem sie unter \u00e4hnlich ungekl\u00e4rten Umst\u00e4nden lange Zeit vorher ihre Tochter verlor (beide Freundinnen waren etwa zeitgleich von den M\u00e4nnern, die sie am meisten liebten, mit denen sie aber kein Gl\u00fcck finden konnten, schwanger geworden \u2013 Grund und Ursache f\u00fcr erneute Konkurrenz und permanente Vergleiche), nicht wirklich klar geworden, von wem diese lebenslange Feindschaft und Missgunst innerhalb einer stellenweise idealen Freundschaft tats\u00e4chlich urs\u00e4chlich ausgegangen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die im vorliegenden abschlie\u00dfenden Band mehr als in den drei vorherigen sehr selbstkritische Einsicht und Lebensbilanz der ich-erz\u00e4hlenden Elena l\u00e4sst vermuten, dass ihr eigener Anteil daran nicht gering zu sch\u00e4tzen ist.\u00a0 War man in den ersten B\u00e4nden noch relativ sicher, dass es sich bei den vier Romanen um so etwas wie eine Autobiographie handelt, halte ich es mittlerweile f\u00fcr denkbar, das Elena Ferrante, ihr Bekanntes und von ihr in Neapel und anderswo Erlebtes integrierend, die Handlung und die Personen der Tetralogie erfunden hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So oder so, die \u201eNeapolitanische Saga\u201c, wie sie nach dem ersten Band schon genannt wurde, ist eine der besten und literarisch beeindruckendsten Romanserien, die ich jemals gelesen habe. Ob das gro\u00dfe Geheimnis um Lila gel\u00fcftet wird, soll hier an dieser Stelle offen bleiben. Bleiben Sie gespannt, auch auf ihr im Sommer 2018 erscheinendes Buch \u201eFrantumiglia: Mein geschriebenes Leben\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der vollst\u00e4ndigen Lesung mit einer Gesamtlaufzeit von \u00fcber 17 Stunden, die die Schauspielerin Eva Mattes f\u00fcr den H\u00f6rverlag eingespielt hat, gelingt es hervorragend, das in Dickens`scher Dichte beschriebene Neapel und Italien des ausgehenden 20. Jahrhunderts lebendig zu machen sowie einer unvergleichlichen Freundschaft mit ihrer Stimme Charakter zu verleihen.<\/p>\n<p>Eva Mattes macht das Buch zu einem wahren H\u00f6rerlebnis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Elena Ferrante, Die Geschichte des verlorenen Kindes (H\u00f6rbuch), der H\u00f6rverlag 2018, ISBN 978-3-8445-2584-7 &nbsp; Der lange von einer immer gr\u00f6\u00dferen Fangemeinde erwartete Abschluss einer literarisch einzigartigen Tetralogie einer sich immer noch erfolgreich in der Anonymit\u00e4t haltenden italienischen Autorin liegt nun vor und ich nehme an, zehntausende von Lesern haben in den letzten Tagen so &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5919\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Die Geschichte des verlorenen Kindes (H\u00f6rbuch)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5919","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5919","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5919"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5919\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5921,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5919\/revisions\/5921"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5919"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5919"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5919"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}