{"id":5993,"date":"2018-05-17T08:14:13","date_gmt":"2018-05-17T06:14:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5993"},"modified":"2018-05-17T08:14:13","modified_gmt":"2018-05-17T06:14:13","slug":"die-weisheit-der-alten-sieben-schaetze-fuer-die-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5993","title":{"rendered":"Die Weisheit der Alten. Sieben Sch\u00e4tze f\u00fcr die Zukunft"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/49761300z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5994\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/49761300z-183x300.jpg\" alt=\"\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/49761300z-183x300.jpg 183w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/49761300z.jpg 256w\" sizes=\"auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Reimer Gronemeyer, Die Weisheit der Alten. Sieben Sch\u00e4tze f\u00fcr die Zukunft, Herder 2018, ISBN 978-3-451-60043-2<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unter dem Stichwort \u201edemographische Entwicklung\u201c wird seit vielen Jahren unserem Land das Thema Alter und Altwerden abgehandelt. Da geht es um den steigenden Bedarf an Heim-und Pflegekr\u00e4ften, um die Kosten daf\u00fcr und das alles generationengerecht finanziert werden kann, ohne die Jungen unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig zu belasten. Dabei wird mit Methode die alte Generation ausgegrenzt und an den Rand gedr\u00e4ngt, um sich nur schnell anderen Problemen der Gesellschaft widmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dabei sind die Alten schon immer H\u00fcter l\u00e4ngst vergessener Sch\u00e4tze, deren permanente Missachtung die Gesellschaft teuer zu stehen kommen wird. Der Theologe und Soziologe Reimer Gronemeyer, Jahrgang 1939, und damit selbst zu jener Gruppe der Alten z\u00e4hlend, \u201edie Ausgesonderten einer neuen Apartheit, die in kostspieligen Homelands untergebracht sind\u201c (S.18) begibt sich in dem vorliegenden Buch auf die Suche nach jenen Sch\u00e4tzen. Auf faszinierende Weise st\u00f6\u00dft er auf das widerst\u00e4ndige Potenzial, die Kunst des Andersseins, den kostbaren Starrsinn der Alten, auf ihre F\u00e4higkeit zum Staunen und ihr produktives Abweichlertum. Auf Qualit\u00e4ten also, die unsere Gesellschaft mehr denn je ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In sieben Kapoiteln beschriebt er jene Qualit\u00e4ten der Alten:<\/p>\n<ol>\n<li>Mut<\/li>\n<li>Liebe<\/li>\n<li>Erinnerung<\/li>\n<li>Fr\u00fcchte<\/li>\n<li>Gelassenheit<\/li>\n<li>Tradition<\/li>\n<li>W\u00edssen und Nichtwissen<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zusammenfassend schreibt er:<br \/>\n\u201eDie Sch\u00e4tze der Alten sind nicht wie eines dieser bunten Ostereier, die als \u201aKinder-\u00dcberraschung\u2018 angepriesen werden. Auch nicht wie eine Wundert\u00fcte. Die Sch\u00e4tze der Alten konzentrieren sich in ihren Erfahrungen \u2013 und die sind manchmal bitter und sogar f\u00fcrchterlich. Wenn man nach diesen Sch\u00e4tzen der Alten sucht, st\u00f6\u00dft man nicht unbedingt auf eine Kiste mit Goldbarren, sondern wom\u00f6glich auf Erfahrungen, die Schuld, Ungl\u00fcck, Leid und Hass offenbaren. Keine s\u00fc\u00dfe Schokolade, keine blauen Plastik-Schl\u00fcmpfe, sondern Abgr\u00fcnde. Verst\u00f6rendes. Aber gerade darin kann dann mehr Weisheit, mehr Erfahrung und mehr Tiefe zu finden sein als in platter Positivit\u00e4t. Die Sch\u00e4tze der Alten sind nicht eine Ressource, die sich zur Ausbeutung anbietet. Sondern im besten Fall ein \u201aLebensmittel\u2019 ein Mittel, das den J\u00fcngeren Lebensanl\u00e4sse bietet. Die Erinnerungen der Alten sind kein Kitschparadies, sondern harte Wirklichkeiten. Die im Leben der Alten gesammelten Erfahrungen k\u00f6nnen den Nachkommen als Wegweisung dienen, als Trost, als Ermutigung.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seine zornige Sprachgewalt, die nicht nur in jenem oben angef\u00fchrten Zitat von den \u201eAusgesonderten einer neuen Apartheid\u201c deutlich wird, zeigt auf eine f\u00fcr mich schmerzlich Weise, wie wenig er letztlich selbst daran glaubt, dass seine \u201eSch\u00e4tze der Alten\u201c von den nachfolgenden Generationen wirklich angenommen und beherzigt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn ich mit Menschen meines Alters (Jg. 1954) spreche, gehen die meisten ganz n\u00fcchtern davon aus, irgendwann in einem Altenheim zu verk\u00fcmmern. Und mir f\u00e4llt wenig dazu ein, was ihnen f\u00fcr eine andere Zukunft Hoffnung machen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Reimer Gronemeyer, Die Weisheit der Alten. 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