{"id":6061,"date":"2018-05-17T09:02:05","date_gmt":"2018-05-17T07:02:05","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=6061"},"modified":"2018-05-17T09:02:05","modified_gmt":"2018-05-17T07:02:05","slug":"die-moeglichkeit-eines-verbrechens-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=6061","title":{"rendered":"Die M\u00f6glichkeit eines Verbrechens"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/50063712z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6062\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/50063712z-188x300.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/50063712z-188x300.jpg 188w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/50063712z.jpg 298w\" sizes=\"auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dror Mishani, Die M\u00f6glichkeit eines Verbrechens, DTV 2019, ISBN 978-3-423-21717-0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Henning Mankell, der nun wirklich Ahnung hat von guter Kriminalliteratur, hat den vor vier Jahren erschienenen\u00a0 Deb\u00fctroman \u201eVermisst\u201c des israelischen Literaturprofessors und Lektors Dror Mishani \u201eoriginell und beeindruckend\u201c\u00a0 genannt und war insbesondere angetan von Avi Avraham, mit dem ein neuer, sehr spezieller Ermittler die Krimib\u00fchne betrat.<\/p>\n<p>Auch sein neuer, hier vorliegender Roman \u201eDie M\u00f6glichkeit eines Verbrechens\u201c spielt in Cholon, einem Vorort der israelischen Metropole Tel Aviv. Dort ist der alleinstehende, ziemlich schrullige Kommissar Avi Avraham zust\u00e4ndig f\u00fcr allerlei kleinere und gr\u00f6\u00dfere Delikte. Mal ist es eine Schulhofpr\u00fcgelei, mal ein Diebstahl. Nichts Weltbewegendes und vor allen Dingen nichts, was Avi aus der Ruhe bringen k\u00f6nnte. Er strahlt zun\u00e4chst etwas aus wie Langeweile und eine subtile Form von Inkompetenz, und man fragt sich als Leser, wie ein solcher Ermittler erfolgreich sein kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach seinem letzten Fall, als er beim Verschwinden eines 16- j\u00e4hrigen Jungen insbesondere zu dessen Eltern die n\u00f6tige Distanz vermissen lie\u00df, leidet Avi Avraham unter diesen Fehlern. W\u00e4hrend einer Auszeit in Belgien hat er eine Frau kennengelernt und auch neuen Mut f\u00fcr sein eigenes, eher einsames Leben gesch\u00f6pft. Neben der spannenden Handlung des zu l\u00f6senden Falles, verfolgt Dror Mishani auch sensibel die beginnende Geschichte dieser nicht ganz unproblematischen Beziehung.<\/p>\n<p>Im neuen Fall wird vor einem Kindergarten in Cholon eine Bombenattrappe gefunden. Ein am Tatort Festgenommener muss wieder freigelassen werden. Als Avraham mit der Betreiberin spricht, sp\u00fcrt, dass die nicht die Wahrheit sagt und irgendetwas zu verbergen hat. Als wenig sp\u00e4ter die Betreiberin des Kindergartens auch noch Opfer einer gewaltt\u00e4tigen Attacke wird, und ins Koma f\u00e4llt, ger\u00e4t der Cateringunternehmer Chaim Sara schnell in Tatverdacht. Denn der hatte, wie er auch zugibt, vor kurzem mit Frau einen heftigen Streit um die Qualit\u00e4t ihrer Arbeit. Und er verwickelt sich in Widerspr\u00fcche, insbesondere \u00fcber seine philippinische Frau, die angeblich zu ihren Eltern auf die Philippinnen geflogen ist.<\/p>\n<p>Dror Mishani f\u00e4ngt sehr sensibel das Leben und den Alltag in Cholon ein, von den \u201etypischen\u201c israelischen Themen ist kaum die Rede, wohl aber vom Alltag und den Sorgen der auftretenden Personen. So entsteht nicht nur eine faszinierende Milieustudie, sondern auch ein spannender Psychothriller, dessen Handlung sich zuspitzt und am Ende mit einem v\u00f6llig unerwarteten H\u00f6hepunkt gl\u00e4nzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Avi Avraham ist ein Ermittler ganz anderer Art. Er will keine Fehler machen und entscheidet dennoch fast nur aus dem Bauch. Aus seiner Sicht ist der ganze Roman erz\u00e4hlt und auch Chaim Saras Perspektive wird immer wieder dargestellt. Erst allm\u00e4hlich l\u00f6st sich die Verwirrung beim Leser und die F\u00e4den einer wieder nicht ganz fehlerfreien Ermittlung laufen zusammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die B\u00fccher Dror Mishani und seine Hauptfigur Avi Avraham sind nichts f\u00fcr Freunde von Actionthrillern und toughen Kommissaren.\u00a0 Dieser hier macht Fehler, ist absolut menschlich und wird vielleicht durch die Beziehung zu seiner neue Partnerin die pers\u00f6nliche Bodenhaftung bekommen, die im noch fehlt. Sind wir auf den dritten Band mal gespannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit jedenfalls hat auch das neue\u00a0 Buch ausgesprochen gut gefallen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Dror Mishani, Die M\u00f6glichkeit eines Verbrechens, DTV 2019, ISBN 978-3-423-21717-0 &nbsp; Henning Mankell, der nun wirklich Ahnung hat von guter Kriminalliteratur, hat den vor vier Jahren erschienenen\u00a0 Deb\u00fctroman \u201eVermisst\u201c des israelischen Literaturprofessors und Lektors Dror Mishani \u201eoriginell und beeindruckend\u201c\u00a0 genannt und war insbesondere angetan von Avi Avraham, mit dem ein neuer, sehr &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=6061\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Die M\u00f6glichkeit eines Verbrechens<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6061","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6061","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6061"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6061\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6063,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6061\/revisions\/6063"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6061"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6061"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6061"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}