{"id":6171,"date":"2018-08-08T14:29:53","date_gmt":"2018-08-08T12:29:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=6171"},"modified":"2018-08-08T14:29:53","modified_gmt":"2018-08-08T12:29:53","slug":"das-buch-der-seltsamen-neuen-dinge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=6171","title":{"rendered":"Das Buch der seltsamen neuen Dinge"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/50097867n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6172\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/50097867n-192x300.jpg\" alt=\"\" width=\"192\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/50097867n-192x300.jpg 192w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/50097867n.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Michel Faber, Das Buch der seltsamen neuen Dinge, Kein &amp; Aber 2018, ISBN 978-3-0369-5779-1<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Schriftsteller Michel Faber ist in der gegenw\u00e4rtigen Literaturszene eine Ausnahmeerscheinung. W\u00e4hrend so mancher fast j\u00e4hrlich einen neuen Roman vorlegt, hat Faber sich f\u00fcr dieses Werk, und als solches muss man es bezeichnen, mehr als sechs Jahre Zeit gelassen.<\/p>\n<p>Es ist ein Roman, der davon erz\u00e4hlt, was der Glaube alles aushalten kann, und es schimmert an vielen Stellen die Trauer um seine Frau durch, die w\u00e4hrend der Entstehung dieses Romans an Krebs erkrankte und starb.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Rom erz\u00e4hlt die Geschichte des Geistlichen Peter Leigh, der in einer in der Zukunft liegenden Zeit von dem Gro\u00dfkonzern USIC auf einen ferne Planten namens Oasis geschickt wird. Zu seiner gro\u00dfen \u00dcberraschung nehmen die dortigen Bewohner die biblischen Geschichten, die Leigh ihnen erz\u00e4hlt, ganz begierig auf. Sie nennen die Bibel \u201eDas Buch der seltsamen Dinge\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In vielen Briefen berichtet er seiner zu Hause gebliebenen Frau Bea von dieser offensichtlich bequemen Mission. Sie dagegen berichtet in ihren Briefen an ihren Mann Peter von einer alten Welt, in der Erdbeben und Flutwellen ganze Staaten vernichten, Lebensmittel zur Mangelware werden und sich Chais allenthalben ausbreitet. Doch f\u00fcr Peter ist das alles sehr weit weg: &#8222;Unter den gegebenen Umst\u00e4nden war es schwierig, Gef\u00fchle festzuhalten und ihnen einen Namen zu geben. Er konnte sich allenfalls noch einen Reim auf die Geschehnisse auf Oasis machen, aber auch nur, weil er am selben Ort war. Herz und Verstand waren in seinem K\u00f6rper gefangen, und sein K\u00f6rper war nun mal hier.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>All das erz\u00e4hlt Michel Faber in einer wunderbar leichten Prosa, langsam und intensiv und den Leser auf bet\u00f6rende Weise mitnehmend. Immer wieder geht es ihm um den Glauben, darum, wie er sich zeigt und war er alles zu ertragen wei\u00df. Der Roman kreist best\u00e4ndig um die Themen Erinnern und Vergessen,\u00a0 Fremdheit und Vertrautheit, um N\u00e4he und Abschied.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seine urspr\u00fcngliche Welt der Zerst\u00f6rung anheimf\u00e4llt, entfernt sich Peter auf Oasis immer weiter. Die Trauer um seine Frau ist auf vielen Seiten zu sp\u00fcren. Dennoch hat Michel Faber ein Werk geschaffen, in dem man als Leser ganz aufgeht. Es ist ein besonderer Zauber, der sich langsam \u00fcber die Lekt\u00fcre legt und bis zum Ende nicht verschwinden wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Michel Faber, Das Buch der seltsamen neuen Dinge, Kein &amp; Aber 2018, ISBN 978-3-0369-5779-1 &nbsp; Der Schriftsteller Michel Faber ist in der gegenw\u00e4rtigen Literaturszene eine Ausnahmeerscheinung. 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