{"id":6692,"date":"2018-10-30T12:49:07","date_gmt":"2018-10-30T10:49:07","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=6692"},"modified":"2018-10-30T12:49:07","modified_gmt":"2018-10-30T10:49:07","slug":"der-narr-und-seine-maschine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=6692","title":{"rendered":"Der Narr und seine Maschine"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/52361078n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6693\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/52361078n-179x300.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/52361078n-179x300.jpg 179w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/52361078n.jpg 239w\" sizes=\"auto, (max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Friedrich Ani, Der Narr und seine Maschine, Suhrkamp 2018, ISBN 978-3-518-42820-7<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wohl zum allerletzten Mal l\u00e4sst Friedrich Ani seinen Tabor S\u00fcden nach einem vermissten Menschen suchen. Nachdem Neonazis die Detektei von Edith Liebergesell abgefackelt haben ist Tabor S\u00fcden nicht nur besch\u00e4ftigungslos, sondern es ergeht ihm zunehmend so, wie den Menschen denen er in seiner Berufsleben nachgesp\u00fcrt hat. Er wohnt in \u201eleeren Zimmern\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Edith Liebergesell finden S\u00fcden auf dem Bahnhof, wo er offenbar seit Stunden vor der Abfahrtstafel steht und nicht wei\u00df, was er machen soll. Dem Leser vermittelt sich der Eindruck, dass er vorhatte, endg\u00fcltig zu verschwinden aus dieser Welt, und sich endlich mit denen zu verbinden, die er doch zeitlebens so gut verstehen konnte, dass er sie immer fand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Edith Liebergesell hat einen Auftrag bekommen und bittet S\u00fcden ihr zu helfen. Der ehemals sehr erfolgreiche Kriminalschriftsteller Cornelius Hallig ist verschwunden und der Eigent\u00fcmer des alten heruntergekommenen Hotels, in der er seit Jahrzehnten wohnt, l\u00e4sst nach ihm suchen. Sehr \u00fcberraschend verschiebt S\u00fcden sein eigenes Unsichtbarwerden und beginnt nach Cornelius Hallig zu suchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In wechselnden Kapiteln erz\u00e4hlt Friedrich Ani, wie Hallig seinen Abgang aus dem Leben vorbereitet und wie S\u00fcden auf der anderen Seite sich ihm durch seine Intuition immer weiter ann\u00e4hert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als sie dann zusammentreffen, reden und schweigen und vor allen Dingen trinken sie 12 Stunden in einer alten dunklen Stammkneipen von Hallig. Sie verstehen sich.<\/p>\n<p>Doch bald wird Hallig tot sein, S\u00fcden wird seine alte Schreibmaschine an sich nehmen und dessen Pistole und sich erneut auf den Weg zum Bahnhof machen.<\/p>\n<p>Friedrich Ani gelingt es wieder, die Zerrissenheit, die Hoffnungslosigkeit, die D\u00fcsternis, die in den beiden Einzelg\u00e4ngern w\u00fcten, zu beschreiben.<\/p>\n<p>In einer Zeitungsrezension war einmal \u00fcber Anis B\u00fccher folgender Satz zu lesen: &#8222;Wer Anis Geschichten liest, lernt anders denken&#8220;. Das trifft auch und erst recht auf das neue Buch zu. Aber ich m\u00f6chte erg\u00e4nzen: er lernt auch anders mitf\u00fchlen und anders \u00fcber Menschen urteilen, die die Gesellschaft l\u00e4ngst abgeschrieben hat, die lebendig tot sind, und schon lange, bevor sie abtauchen, l\u00e4ngst in sich selbst verschwunden sind, in &#8222;leeren Zimmern&#8220; leben.<\/p>\n<p>Reich an intensiver Sprache mit starken und ausdruckskr\u00e4ftigen Bildern nimmt Friedrich Ani seine Leser wieder mit auf eine spannende Reise durch Bereiche unserer Gesellschaft, die er seinen Tabor S\u00fcden erkunden l\u00e4sst wie kaum ein anderer Krimiautor der Gegenwart. Anspruchsvolle Literatur voller Poesie und Kraft von h\u00f6chster Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Man darf annehmen, dass Tabor S\u00fcden nach diesem Buch nie mehr auftauchen wird, oder doch ?<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Friedrich Ani, Der Narr und seine Maschine, Suhrkamp 2018, ISBN 978-3-518-42820-7 &nbsp; Wohl zum allerletzten Mal l\u00e4sst Friedrich Ani seinen Tabor S\u00fcden nach einem vermissten Menschen suchen. 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