{"id":6700,"date":"2018-10-31T14:49:12","date_gmt":"2018-10-31T12:49:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=6700"},"modified":"2018-10-31T14:49:12","modified_gmt":"2018-10-31T12:49:12","slug":"wer-wir-sein-koennten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=6700","title":{"rendered":"Wer wir sein k\u00f6nnten"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/53766722n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6701\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/53766722n-183x300.jpg\" alt=\"\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/53766722n-183x300.jpg 183w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/53766722n.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Robert Habeck, Wer wir sein k\u00f6nnten, Kiepenheuer &amp; Witsch 2018, ISBN 978-3-462-05307-4<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seit er zusammen mit Annalena Baerbock die Gr\u00fcnen f\u00fchrt, die dortigen Grabenk\u00e4mpfe \u00fcberwunden scheinen und die Gr\u00fcnen in Bayern und Hessen in einem regelrechten Hype ihre Stimmen geradezu verdoppelt haben, ist der ehemalige schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister und Schriftsteller Robert Habeck in aller Munde. Fast w\u00f6chentlich ist er gern gesehener Gast in den Talkshows der Fernsehsender, nicht nur weil er Erfolg hat, sondern weil er wirklich was zu sagen hat. Denn wenn Robert Habeck spricht, sp\u00fcrt man einen anderen Ton. Seine Statements wollen nicht verletzen, er orientiert sie an der praktischen Vernunft, soweit es im t\u00e4glichen Politikgesch\u00e4ft geht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In seinem neuen Buch, das er wahrscheinlich in der Sommerpause geschrieben hat, als noch nicht abzusehen war, dass die Gr\u00fcnen in Bayern und Hessen auf nie geahnte Gr\u00f6\u00dfe wachsen und auch in den Umfragen im Bund schon l\u00e4ngst die SPD und\u00a0 die AfD \u00fcberholen w\u00fcrden, gibt er Rechenschaft \u00fcber diese Sprache, der er sich verpflichtet wei\u00df.<\/p>\n<p>Denn nach einer langen Zeit, die eher von politischer Sprachlosigkeit gepr\u00e4gt war, ist\u00a0 eine Zeit des politischen Br\u00fcllens und Niedermachens angebrochen \u2013 nicht nur von Seiten der AfD. Doch was passiert da eigentlich genau? Wo verl\u00e4uft die Grenze zwischen konstruktivem demokratischem Streit und einer Sprache, die das Gespr\u00e4ch zerst\u00f6rt, die ausgrenzt, entmenschlicht? Und ist das alles nur eine Frage des mangelnden Stils?<\/p>\n<p>Robert Habeck sagt: \u201eWie wir sprechen, entscheidet dar\u00fcber, wer wir sind \u2013 auch und gerade in der Politik.\u201c<\/p>\n<p>In dem hier vorliegenden schmalen Band tr\u00e4umt er davon \u201ewer wir sein k\u00f6nnten\u201c, \u201ewarum unsere Demokratie eine offene und vielf\u00e4ltige Sprache braucht und bringt damit zum ersten Mal seit langer Zeit so etwas wie Phantasie und Utopie in die Debatte um den Weg, den unsere mittlerweile doch arg zerrissene und gespaltene\u00a0 Gesellschaft gehen sollte. Habeck entwirft die Skizze eines politischen Sprechens, das offen und vielf\u00e4ltig genug ist, um Menschen in all ihrer Verschiedenheit zusammenzubringen und in ein Gespr\u00e4ch dar\u00fcber zu verwickeln, wer wir sein k\u00f6nnten, wer wir sein wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Egal, ob man Robert Habeck im Fernsehen beobachtet oder beim hessischen Stra\u00dfenwahlkampf mit ihm ins Gespr\u00e4ch kommt ( er war in meinem Wohnort), begegnet man einem Mann, der den Erfolg nicht f\u00fcr sein Ego braucht, dem es um die Sache geht, der zun\u00e4chst einmal zuh\u00f6rt und nachdenkt, bevor er mit einer Sprache spricht, die auch Andersdenkende einl\u00e4dt und nie ausgrenzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn nun nach dem R\u00fccktritt von Angela Merkel vom Vorsitz der CDU und dem immer wahrscheinlicher werdenden vorzeitigen Ende ihrer Kanzlerschaft neue Kr\u00e4fte in der CDU, Christian Lindner und seine FDP und eben Robert Habeck mit den mittlerweile einigen Gr\u00fcnen m\u00f6glicherweise eine Jamaikakoalition schmieden, die etwas abbilden kann von einer neue Politik auch in der Sprache und im gegenseitigen Umgang, dann werden sie versuchen zu bewirken, dass unsere zerrissene Gesellschaft wieder mehr zusammenw\u00e4chst und so die AfD irgendwann kein Geh\u00f6r mehr findet mit ihren Hassbotschaften.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu optimistisch? Vielleicht. Doch so wie Habeck in seinem Buch und in den aktuellen Debatten einen ganz anderen Ton setzt und Hoffnung weckt, Lust auf Politik macht, k\u00f6nnte seine Stimme zusammen anderen eine Erneuerung bringen, auf die das Land wartet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Robert Habeck, Wer wir sein k\u00f6nnten, Kiepenheuer &amp; Witsch 2018, ISBN 978-3-462-05307-4 &nbsp; Seit er zusammen mit Annalena Baerbock die Gr\u00fcnen f\u00fchrt, die dortigen Grabenk\u00e4mpfe \u00fcberwunden scheinen und die Gr\u00fcnen in Bayern und Hessen in einem regelrechten Hype ihre Stimmen geradezu verdoppelt haben, ist der ehemalige schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister und Schriftsteller Robert Habeck in &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=6700\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Wer wir sein k\u00f6nnten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6700","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6700","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6700"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6700\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6702,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6700\/revisions\/6702"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6700"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6700"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6700"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}