{"id":6940,"date":"2018-12-13T13:36:52","date_gmt":"2018-12-13T11:36:52","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=6940"},"modified":"2018-12-13T13:36:52","modified_gmt":"2018-12-13T11:36:52","slug":"alles-ist-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=6940","title":{"rendered":"Alles ist m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/52392213n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6941\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/52392213n-188x300.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/52392213n-188x300.jpg 188w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/52392213n.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Elizabeth Strout, Alles ist m\u00f6glich, Luchterhand 2018, ISBN 978-3-630-87528-6<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das neue Buch der amerikanischen Schriftstellerin Elizabeth Strout, die sp\u00e4t zum Schreiben kam, aber mit ihren bisherigen Romanen auch in Deutschland sehr erfolgreich war, besteht aus einer langen\u00a0 Reihe locker miteinander verbundener einzelner Geschichten. Sie portr\u00e4tieren Menschen und ihr Leben in ihren Familien in der ganzen Bandbreite menschlicher Gef\u00fchle. Da geht es um Hass und Neid, um tiefe Einsamkeit und brennende Wut und immer wieder um etwas, was den Menschen erst zum Menschen macht, die Liebe zu anderen und zu sich selbst. Diese Menschen sehnen sich nach Liebe und nach Gl\u00fcck, trotz ihres Kummers und ihres Schmerzes, den sie regelm\u00e4\u00dfig erleben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>All diese Menschen, die in den jeweiligen Kapiteln im Mittelpunkt stehen, kennen sich mehr oder weniger\u00a0 oder sind sogar miteinander verwandt. Sie alle leben in oder um die (fiktive) amerikanische Kleinstadt Amgash in Illinois (USA), \u201eeinem Kaff zwischen Mais- und Sojabohnenfeldern\u201c.<\/p>\n<p>Da ist zun\u00e4chst Tommy, ein ehemaliger Farmer, dem vor langer Zeit sein ganzer Hof abgebrannt ist. Der vermutete Brandstifter wurde nie gefunden. Er findet einen Job als Hausmeister in der \u00f6rtlichen Schule und lernt \u00fcber die Zeit viele Kinder und Familien und ihre sozialen Hintergr\u00fcnde kennen, die in der Folge in dem Roman eine Rolle spielen. In der Sorge um andere findet er im Alter einen Sinn f\u00fcr sich und sein Leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da sind die beiden Schwestern\u00a0 Patty und Angelina, die ihr Leben auf verschiedene Weise meistern wollen. Oder Dottie, die eine Fr\u00fchst\u00fcckspension betreibt und dabei eine gro\u00dfe Menschenkenntnis erwirbt. Leser, die Elizabeth Strouts Roman \u201eDie Unvollkommenheit der Liebe\u201c gelesen haben, treffen hier wieder auf die mittlerweile in New York lebende erfolgreiche Schriftstellerin Lucy Barton, erfahren etwas \u00fcber ihre schwere und armselige Kindheit und \u00fcber ihre relativ erfolglose Heimkehr nach Amgash.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Elizabeth Strout beschreibt ihre Figuren und ihre Schicksale mit Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und Sympathie. Wir erfahren von Liebessgl\u00fcck und der schrecklichen Einsamkeit im Alter, von nachbarschaftlicher Solidarit\u00e4t und ebenso von nachbarschaftlichem Tratsch.\u00a0 Immer wieder l\u00e4sst sie in ihren Figuren eine Haltung durchblicken, die wir aus fr\u00fcheren Romanen von ihr kennen, dass n\u00e4mlich eine gewisse Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit und die Anerkennung dessen, was ist, dem Leben der Menschen einen Sinn geben k\u00f6nnen. Sie schreibt ber\u00fchrend \u00fcber die Natur des Menschen in all seiner Verletzlichkeit und St\u00e4rke und \u00fcber die unendliche Vielf\u00e4ltigkeit des Lebens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie schon ihr 2010 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneter Deb\u00fctroman \u201eMit Blick aufs Meer\u201c ist auch \u201cAlles ist m\u00f6glich\u201c ein leiser, ein sensibler Roman, dem es gelingt, hinter die Oberfl\u00e4che menschlicher Schw\u00e4chen und Sehns\u00fcchte zu blicken und in ihnen durch seine Personen das zu sehen, was sie sind: Menschen, die k\u00e4mpfen um ihr Leben und ihr Gl\u00fcck, so wie jeder andere in jeder anderen Stadt der Welt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Elizabeth Strout, Alles ist m\u00f6glich, Luchterhand 2018, ISBN 978-3-630-87528-6 &nbsp; Das neue Buch der amerikanischen Schriftstellerin Elizabeth Strout, die sp\u00e4t zum Schreiben kam, aber mit ihren bisherigen Romanen auch in Deutschland sehr erfolgreich war, besteht aus einer langen\u00a0 Reihe locker miteinander verbundener einzelner Geschichten. 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