{"id":7065,"date":"2019-01-23T12:11:07","date_gmt":"2019-01-23T10:11:07","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7065"},"modified":"2019-01-23T12:11:07","modified_gmt":"2019-01-23T10:11:07","slug":"den-himmel-stuermen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7065","title":{"rendered":"Den Himmel st\u00fcrmen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/52470412n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7066\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/52470412n-183x300.jpg\" alt=\"\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/52470412n-183x300.jpg 183w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/52470412n.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Paolo Giordano, Den Himmel st\u00fcrmen, Rowohlt 2018, ISBN 978-3-498-02533-5<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Paolo Giordano hat in seinem neuen mit enormer emotionaler Pr\u00e4zision geschriebenen Roman \u201eDen Himmel st\u00fcrmen\u201c \u00fcber einen Zeitraum von \u00fcber zwanzig Jahren hinweg die bewegte und turbulente Geschichte von vier Freunden erz\u00e4hlt, vier jungen Menschen, die sich immer wieder finden und dann wieder verlieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erz\u00e4hlt wird die lange Geschichte in weiten Teilen von Teresa, einem zu Beginn der Handlung in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch in kindlichem Alter befindlichen M\u00e4dchens. Sie lebt mit ihren Eltern in Turin und verbringt ihre langen Sommerferien bei ihrer Gro\u00dfmutter in dem kleinen Ort Speziale in Apulien in der N\u00e4he des Meeres.<\/p>\n<p>Als die drei auf einem Hof in der Nachbarschaft lebenden Jungen Bern, Tommaso und Nicola eines Nachts im Pool der Gro\u00dfmutter baden, lernt Teresa die drei Jungs danach n\u00e4her kennen. In diesem ihrem ersten Sommer schon gehen sie zusammen schwimmen und wandern. In noch kindlicher Offenheit erz\u00e4hlen sie sich alles und wachsen schon da auf eine Weise zusammen, die ihre Beziehung und Freundschaft in den n\u00e4chsten beiden Jahrzehnten, auch als alle schon l\u00e4ngst erwachsen sind, zu etwas ganz Besonderem macht. Doch schon bald entsteht zwischen Teresa und Bern eine Liebe. Bern lebt mit den anderen drei Jungen auf einem nahen Hof unter der Aufsicht von Cesare und dessen Frau. Er erzieht die Jungen, die er teilweise in Pflege hat, abgeschieden von der restlichen Welt in einem recht strengen Glauben an Gott.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Sommer folgt dem n\u00e4chsten, doch irgendwann ist Bern nicht mehr da. L\u00e4ngst ist Teresa in sein Leben und in das Leben auf diesem Hof existentiell hineingezogen und wird es bleiben bis zum Ende. Bald schon, nachdem Cesare pleite gegangen ist, leben die mittlerweile vollj\u00e4hrige Teresa und die Jungs mit etlichen jungen Leuten dort .Sie versuchen im Einklang mit der Natur zu leben, kommen aber immer wieder in Konflikt mit reichen Nachbarn und Lokalpolitikern, die an das gro\u00dfe Geld aus der EU wollen. Sie engagieren sich politisch, setzen sich f\u00fcr den Erhalt ihrer Obst- und Olivenb\u00e4ume ein, nicht immer auf dem Boden der Legalit\u00e4t. Doch schon bald wird Teresa allein dort sein, von den Fr\u00fcchten ihrer Landwirtschaft leben und ein einfaches Leben f\u00fchren. Nach der Beerdigung ihrer Gro\u00dfmutter wird Bern sie ein zweites Mal verlassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und alles, was doch so friedlich und harmonisch begann, nimmt bald ein schlimmes Ende. Teresa steht allein vor ihren Beziehungstr\u00fcmmern, Freundschaften sind zerbrochen und die so starke Liebe zwischen Bern und Teresa scheint dem politischen Kampf f\u00fcr die Natur geopfert. Verzweifelt, aber mit viel innerer Kraft sucht Teresa ihren Platz zu finden in einer Welt, an der sie eigentlich irre zu werden droht und die mit ihrer Rivalit\u00e4t, ihrer Gier und ihren Eifers\u00fcchten ihrer gro\u00dfen Liebe den Boden nimmt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDen Himmel st\u00fcrmen\u201c ist ein gro\u00dfer, bewegender Roman \u00fcber Freundschaft, Liebe und deren Verlust. Er beschreibt meisterhaft menschliche Gef\u00fchle und ihre Verwirrungen. Es ist ein Buch \u00fcber utopische Visionen junger Menschen, ihren Kampf um ihre Ideale und ihr Scheitern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfer Sprachmacht und Poesie schildert der Autor den verzweifelten Kampf zwischen einer gro\u00dfen Liebe zweier Menschen und der Macht vision\u00e4rer Lebensziele.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Geschickt konstruiert vermischt Giordano R\u00fcckblicke in die Vergangenheit mit Szenen aus der jeweiligen Gegenwart. Wie in einem Puzzle setzen die jeweiligen Erz\u00e4hler (es gibt au\u00dfer Teresa noch andere) St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck eine zwei Jahrzehnte dauernde Geschichte zusammen, und lassen erst ganz am Ende dem Leser so etwas wie ein vollst\u00e4ndiges Bild vor Augen treten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Voller Spannung und mit zunehmendem Staunen liest man sich begeistert durch dieses au\u00dfergew\u00f6hnliche Buch und fragt sich am Ende, wie das Leben dieser Menschen wohl weitergegangen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die erfahrene und versierte Barbara Kleiner hat diesen Roman aus dem Italienischen ins Deutsche \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Paolo Giordano, Den Himmel st\u00fcrmen, Rowohlt 2018, ISBN 978-3-498-02533-5 &nbsp; Paolo Giordano hat in seinem neuen mit enormer emotionaler Pr\u00e4zision geschriebenen Roman \u201eDen Himmel st\u00fcrmen\u201c \u00fcber einen Zeitraum von \u00fcber zwanzig Jahren hinweg die bewegte und turbulente Geschichte von vier Freunden erz\u00e4hlt, vier jungen Menschen, die sich immer wieder finden und dann wieder &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7065\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Den Himmel st\u00fcrmen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-7065","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7065","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7065"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7065\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7067,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7065\/revisions\/7067"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7065"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7065"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7065"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}