{"id":7145,"date":"2019-02-06T09:12:17","date_gmt":"2019-02-06T07:12:17","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7145"},"modified":"2019-02-06T09:12:17","modified_gmt":"2019-02-06T07:12:17","slug":"die-glocke-im-see","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7145","title":{"rendered":"Die Glocke im See"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/52363354n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7146\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/52363354n-179x300.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/52363354n-179x300.jpg 179w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/52363354n.jpg 239w\" sizes=\"auto, (max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Lars Mytting, Die Glocke im See, Insel Verlag 2019, ISBN 978-3-458-17763-0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In seinem neuen Roman, der als Beginn einer Trilogie angek\u00fcndigt wird, verlegt der norwegische Schriftsteller Lars Mytting die Handlung in das Jahr 1880 und den Ort der Geschichte in das Gudbrandsdalen, wo er auch selbst herstammt. Man sp\u00fcrt fast auf jeder Seite, wie sehr er mit den Mythen, Traditionen und Br\u00e4uchen dieser abgeschiedenen Gegend verwachsen ist.<\/p>\n<p>Im Zentrum des Buches steht eine Stabkirche in Butangen, einem kleinen Dorf mit vielen zum Teil weit auseinanderliegenden H\u00f6fen und ihren beiden \u201eSchwesternglocken\u201c. Deren mythologische bis ins 13. Jahrhundert zur\u00fcckreichende Geschichte wird zum Beginn des Romans erz\u00e4hlt und sie beeinflussen die Handlung bis zum Ende.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zwei m\u00e4nnliche Hauptrollen sind vergeben. Da ist zum einen der junge lutherische Pfarrer Kai Schweigaard, der gerade die kleine Pfarrei mit der 700 Jahre alten Stabkirche \u00fcbernommen hat und sich bem\u00fcht, die alten, teils noch aus den nordischen Naturreligionen stammenden Traditionen der Gemeinde zu ver\u00e4ndern. Daf\u00fcr will er zun\u00e4chst die alte Stabkirche abrei\u00dfen und eine neue bauen. Er hat erfahren, dass es in Dresden in Sachsen in der dortigen Kunstakademie Wissenschaftler gibt, die sich f\u00fcr alte Stabkirchen interessieren. Die Dresdner Akademie schickt im Auftrag des s\u00e4chsischen K\u00f6nigshauses den jungen und begabten Architekturstudenten Gerhard Sch\u00f6nauer nach Butangen, der die alte Kirche vermessen, ihren Abbau \u00fcberwachen und dann in Dresden ihren Wiederaufbau leiten soll. Vom Erl\u00f6s soll die neue Kirche finanziert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die dritte Hauptperson ist die junge Astrid Hekne, die seit ihrer Kindheit schon anders ist als alle anderen M\u00e4dchen im Dorf. Fr\u00fch schon tr\u00e4umt sie von einem Leben, das aus mehr besteht als aus Heirat, Kinderkriegen und harter Feldarbeit bis zum fr\u00fchen Tod. Als der neue Pfarrer seine T\u00e4tigkeit aufnimmt, sucht Astrid, die zun\u00e4chst noch im Pfarrhaus arbeitet, wo sie auch f\u00fcr den alten Pfarrer im Haushalt half, dessen N\u00e4he. Kai Schweigaard leiht ihr seine Zeitungen und findet nicht nur Gefallen an ihrem Wissendurst. Obwohl schon lange verlobt, f\u00fchlt er sich zu Astrid hingezogen. Auch Astrid tr\u00e4umt, wenn sie alleine ist, von einem m\u00f6glichen Leben als Pfarrfrau.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch als sie Gerhard Sch\u00f6nauer kennenlernt, verliebt sie sich in ihn, obwohl sie gegen den Abbau der Kirche rebelliert, denn mit der Kirche w\u00fcrden auch die beiden Glocken verschwinden, die einer ihrer Vorfahren einst der Kirche gestiftet hat. Man sagt ihnen \u00fcbernat\u00fcrliche Kr\u00e4fte nach und dass sie von selbst l\u00e4uten, wenn ein Ungl\u00fcck bevorsteht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Astrid ist von dem modernen und weltoffenen Gerhard fasziniert und er erwidert ihre Zuneigung. Doch auch ihre Gef\u00fchle f\u00fcr den Pastor sind noch da. Wie soll sie sich entscheiden?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man kann dieses fast 500 Seiten starke Buch nicht mehr lange aus der Hand legen, hat man sich gleich zu Beginn von der wunderbaren Sprache Myttings und seiner warmherzigen Beschreibung nicht nur der Menschen Butangens, sondern auch der rauen Landschaft des Gudbrandsdalen anstecken lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich bin sehr gespannt, ob der zweite Band der Trilogie eine Fortsetzung des ersten sein wird.\u00a0 Das Ende von \u201eDie Glocke am See\u201c, das nat\u00fcrlich nicht verraten wird, legt eine solche m\u00f6gliche Fortsetzung nahe. Ich werde sie mir jedenfalls nicht entgehen lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein wunderbares, poetisches Buch, mit gro\u00dfer Sprachmacht erz\u00e4hlt.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Lars Mytting, Die Glocke im See, Insel Verlag 2019, ISBN 978-3-458-17763-0 &nbsp; In seinem neuen Roman, der als Beginn einer Trilogie angek\u00fcndigt wird, verlegt der norwegische Schriftsteller Lars Mytting die Handlung in das Jahr 1880 und den Ort der Geschichte in das Gudbrandsdalen, wo er auch selbst herstammt. 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