{"id":7593,"date":"2019-05-09T13:45:37","date_gmt":"2019-05-09T11:45:37","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7593"},"modified":"2019-05-09T13:45:37","modified_gmt":"2019-05-09T11:45:37","slug":"niemals-ohne-sie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7593","title":{"rendered":"Niemals ohne sie"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/54344678n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7594\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/54344678n-179x300.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/54344678n-179x300.jpg 179w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/54344678n.jpg 238w\" sizes=\"auto, (max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Jocelyne Saucier, Niemals ohne sie, Insel Verlag 2019, ISBN 978-3-458-17800-2<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die kanadische Schriftstellerin Jocelyne Saucier hatte schon 2015 mit ihrem ebenfalls bei Insel erschienenen Roman \u201e<em>Ein Leben mehr\u201c<\/em> ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Buch vorgelegt. Der hier vorliegende Roman \u201eNiemals ohne sie\u201c, der in Kanada schon im Jahr 2000 erschien und ihr insgesamt zweiter Roman ist, zeigt, dass Jocelyne Saucier schon sehr fr\u00fch \u00fcber jene poetische Sprachmacht verf\u00fcgte, die \u201eEin Leben mehr\u201c zum internationalen Bestseller machte. Mit Sicherheit werden bald auch ihr erster 1996 erschienener Roman und weitere Werke aus den Jahren zwischen 2000 und 2011 ins Deutsche \u00fcbersetzt werden.<\/p>\n<p>Der Roman erz\u00e4hlt mit verschiedenen, wechselnden und aufeinander aufbauenden Stimmen der Kinder von den Cardinals, einer wahrhaft ungew\u00f6hnlichen Familie, die am Ende aus insgesamt 23 Mitgliedern bestehen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die 21 Kinder der Familie bezeichnen sich als\u00a0 &#8222;Die K\u00f6nige von Norco&#8220;. Sie stammen alle von den gleichen beiden Eltern, die beide wenig Zeit f\u00fcr ihre Kinder haben. W\u00e4hrend die Mutter von morgens bis abends mit der Versorgung der Familie und dem Haushalt besch\u00e4ftigt ist, ist der Vater permanent unterwegs, um als Erzsucher die Familie irgendwie finanziell \u00fcber Wasser halten. Die Kinder sind sich selbst \u00fcberlassen, wachsen mit gro\u00dfen Freiheiten, aber ohne viel Zuwendung auf, k\u00fcmmern sich um sich selbst, die Gro\u00dfen um die Kleinen. Rau und oft auch brutal geht es unter ihnen zu, Machtk\u00e4mpfe sind ihr t\u00e4glicher Alltag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie ziehen durch die Gegend und tyrannisieren jeden, der ihnen begegnet. Sie haben vor nichts und niemand Angst und die Wildheit von antiken Helden. Als das Bergbauunternehmen Northern Consolidated eine sehr ergiebige Erzmine in Norco, die den Cardinals das Einkommen sicherte, wegen eines Preissturzes auf dem Weltmarkt aufgibt, f\u00fchlt sich die ganze Familie betrogen und sie fassen den Entschluss sich zu wehren. Eine Entscheidung mit f\u00fcrchterlichen Folgen, wie sich erst am Ende zeigen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man hat als Leser nach den ersten vier bis f\u00fcnf Kapiteln alle entscheidenden Figuren kennengelernt, Menschen die man nicht immer sympathisch finden muss. Doch die Beschreibung ihrer gegenseitigen Beziehungen und die Schilderung der innerfamili\u00e4ren Dynamik haben mich von Beginn an gefesselt. Wie die einzelnen Kinder, auch lange nachdem sie sich schon von der Familie gel\u00f6st und selbstst\u00e4ndig gemacht haben, in ihren Lebensgeschichten miteinander verstrickt sind, wird erst Zug und Zug im Laufe des Romans deutlich, in einem Fall erst ganz am tragischen Ende.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit der Familie Cardinal und ihren 21 Kindern (kann eine Frau wirklich so viele Kinder bekommen?) hat Jocelyne Saucier eine ganz erstaunliche Familie aus den unterschiedlichsten Menschen und mit ihnen eine Welt geschaffen, die aller Rauheit und allem Kampf zum Trotz den Glauben an ein selbstbestimmtes, freies und gemeinschaftliches Leben aufrechterh\u00e4lt.<\/p>\n<p>\u201eNiemals ohne sie\u201c ist ein \u00fcberw\u00e4ltigender Roman, der den Leser in seinen Bann zieht und ihn tief ber\u00fchrt mit Figuren, die ihn lange nicht loslassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der Rahmenhandlung, die in der Gegenwart, also Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts spielt, kommt die ganze Familie (alle leben noch, auch die Mutter) nach Jahrzehnten wieder zusammen, weil der Vater eine Ehrung erhalten soll. Und an diesem Tag muss sich die Familie einem Vorkommnis stellen, wegen dem sie sich seit Jahrzehnten aus dem Weg gegangen sind. Aus verschiedenen Erinnerungen wechselnder Familienmitglieder im Rahmen dieses Treffens ist das Buch aufgebaut. Jeder erz\u00e4hlt aus seiner Sicht nicht nur die Geschichte der Familie und einzelner ihrer Mitglieder, sondern vor allem auch das lange mysteri\u00f6s bleibende Schl\u00fcsselereignis, das alles ver\u00e4ndert hat. Dass erst ganz am Ende offenbar wird, was damals geschehen ist, bevor sich die Familie in alle Winde zerstreute, ist spannend konstruiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Buch, das mit seiner rauen Poesie und seiner sprachlichen Macht und Vielfalt fesselt von der ersten bis zur letzten Seite.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Jocelyne Saucier, Niemals ohne sie, Insel Verlag 2019, ISBN 978-3-458-17800-2 &nbsp; Die kanadische Schriftstellerin Jocelyne Saucier hatte schon 2015 mit ihrem ebenfalls bei Insel erschienenen Roman \u201eEin Leben mehr\u201c ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Buch vorgelegt. 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