{"id":7665,"date":"2019-05-21T12:27:16","date_gmt":"2019-05-21T10:27:16","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7665"},"modified":"2019-05-21T12:27:16","modified_gmt":"2019-05-21T10:27:16","slug":"die-guten-tage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7665","title":{"rendered":"Die guten Tage"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/54342733n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7666\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/54342733n-184x300.jpg\" alt=\"\" width=\"184\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/54342733n-184x300.jpg 184w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/54342733n.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Marko Dinic, Die guten Tage, Zsolnay 2019, ISBN 978-3-552-05911-5<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In seinem hier vorliegenden Deb\u00fctroman erz\u00e4hlt der Schriftsteller Marko Dinic von der gebrochenen Identit\u00e4t seines Protogonisten, der wohl starke biographische Z\u00fcge von Dinic selbst tr\u00e4gt. In Wien geboren, verbrachte Dinic seine Jugend in Belgrad und floh kurz vor dem Bombardement von Belgrad vor zwanzig Jahren zur\u00fcck nach Wien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Erz\u00e4hler seine Geschichte und seine widerspr\u00fcchlichen Gef\u00fchle beschreibt, rollt er mit einem t\u00e4glich zwischen Wien und Belgrad verkehrenden Bus, dem sogenannten \u201eGastarbeiter-Express\u201c, durch Ungarn in Richtung seiner Heimatstadt, jener Stadt, in der er aufgewachsen ist. Er erz\u00e4hlt von den Bomben, dem Krieg, von dem serbischen F\u00fchrer Milosevic, den er als Kind lieben und dann sp\u00e4ter zutiefst hassen gelernt hat. Dieser Diktator und der ihm bzw. seiner Idelogie nach wie vor treu ergebene Vater des Erz\u00e4hlers, f\u00fcr die er beide nur noch Verachtung empfindet, hatten den jungen Mann vor zwanzig Jahren ins Exil getrieben, wobei er von seiner Gro\u00dfmutter unterst\u00fctzt wurde. Doch auch im Exil in \u00d6sterreich konnte er dem Geist des Balkan und der Gewalt dort nicht entkommen. Sich der alten Heimat n\u00e4hernd, reflektiert er dar\u00fcber in beeindruckenden Bildern. Er beschreibt sich selbst als ein Mitglied einer traumatisierten Generation, die sich weder in Serbien zu Hause noch in der Fremde verstanden f\u00fchlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einem langen sehr w\u00fctenden Monolog versucht Dinic die Vergangenheit zu begreifen. Das ganze Buch ist eine Abkehr von dem fr\u00fcher selbst gehuldigten Chauvinismus und Nationalismus. Mit brennendem Herzen und gro\u00dfer Wut kleidet er den Balkan und sein Temperament sprachm\u00e4chtig in Worte.\u00a0 Immer wieder wird die ganz pers\u00f6nliche Not nicht nur des Erz\u00e4hlers, sondern seiner ganzen Generation deutlich, die unter der Weitergabe von patriarchal bestimmter Gewalt \u00fcber viele Generationen hinweg bis zum heutigen Tag leiden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein h\u00f6chst aktueller Roman, der mit gro\u00dfer sprachlicher Wucht und unendlichem Schmerz erz\u00e4hlt von der Zerrissenheit der Identit\u00e4t einer ganzen Generation, einer verlorenen Generation?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man ist nach der atemlosen und ersch\u00fctterten Lekt\u00fcren dieses Buches auf das n\u00e4chste Buch dieses hoffnungsvollen Autors gespannt.\u00a0 Wir erfahren zwanzig Jahre nach einem verheerenden Krieg auf dem Balkan hierzulande kaum etwas \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Lage dort, vor allen Dingen nicht \u00fcber die Seelenzust\u00e4nde der Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Marko Dinic, Die guten Tage, Zsolnay 2019, ISBN 978-3-552-05911-5 &nbsp; In seinem hier vorliegenden Deb\u00fctroman erz\u00e4hlt der Schriftsteller Marko Dinic von der gebrochenen Identit\u00e4t seines Protogonisten, der wohl starke biographische Z\u00fcge von Dinic selbst tr\u00e4gt. 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