{"id":770,"date":"2015-11-09T12:22:23","date_gmt":"2015-11-09T10:22:23","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=770"},"modified":"2015-11-09T12:22:23","modified_gmt":"2015-11-09T10:22:23","slug":"die-nacht-als-ich-sie-sah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=770","title":{"rendered":"Die Nacht als ich sie sah"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/42749338z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-771\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/42749338z-195x300.jpg\" alt=\"42749338z\" width=\"195\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/42749338z-195x300.jpg 195w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/42749338z.jpg 274w\" sizes=\"auto, (max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Drago Jancar, Die Nacht , als ich sie sah, Folio 2015, ISBN 978-3-85256-670-2<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Drago Jancar gilt heute als der bedeutendste Schriftstellers des jungen Sloweniens. Vor der staatlichen Selbst\u00e4ndigkeit zu Zeiten von Titos Jugoslawien sa\u00df er wegen feindlicher Propaganda des \u00d6fteren in Haft.<\/p>\n<p>Als im M\u00e4rz 2015 die sterblichen \u00dcberreste von Ksenja Hribar und ihrem Mann Rado in einem Wald in Oberkrain gefunden wurden, nachdem sie 1944 von Partisanen aus ihrer Burg Strmol verschleppt wurden, da war ein Verbrechen aufgekl\u00e4rt, das \u00fcber eine lange Zeit noch die Geschichtenerz\u00e4hler in den Cafes des Landes faszinierte. Dragor Jancar nimmt diese wahre Begebenheit zum Anlass seines neuen Romans, in dem er diese schillernde Frau in den Erinnerungen von insgesamt f\u00fcnf Personen, die er ihr begegnen l\u00e4sst in den Jahren vor ihrem Tod, wieder auferstehen und lebendig werden l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Im Roman hei\u00dft sie Veronika Zarnik und ihr Mann Leo. Zun\u00e4chst erz\u00e4hlt der Offizier, der Veronika noch vor dem Krieg das Reiten beibringt und sich dabei in sie verliebt, wie er durch den Einfluss von Leo Zarnik versetzt wird in die Provinz, seine Karriere abst\u00fcrzt, sie aber zun\u00e4chst mit ihm geht und zu ihm h\u00e4lt. Schon in dieser ersten N\u00e4herung wird deutlich, welche Pers\u00f6nlichkeit diese Frau ist. Sie kann Flugzeuge fliegen, liebt Pferde und das Reiten und auch Papageien und Alligatoren. Einmal , so erz\u00e4hlt man sich, habe sie einen Alligator auf der Stra\u00dfe spazieren gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>In den folgenden Beschreibungen eines deutschen Wehrmachtsarztes, der auf dem Schlo\u00df der Zarniks \u00f6fter zu Gast war, ihrer hinf\u00e4lligen Mutter, einer Haushaltshilfe und eines Partisans, der an ihrer Verschleppung beteiligt war, entfaltet Drago Jancar nicht nur ein buntes Kaleidoskop einer schillernden Pers\u00f6nlichkeit, sondern auf dem Hintergrund der Geschichte Veronikas und ihres Schicksals erz\u00e4hlt er vom Schicksal einer ganzen Epoche, vom Aufstieg der Nazis, \u00fcber die Partisanen Titos bis zur kommunistischen Herrschaft nach dem Krieg.<\/p>\n<p>Es gelingt ihm auch sprachlich ganz hervorragend, das Einzelschicksal von Veronika und den f\u00fcnf Menschen, die ihre Erfahrungen mit ihr beschreiben, sehr konkret und unideologisch zu verkn\u00fcpfen mit den politischen Umst\u00e4nden dieser Zeit. So wird nicht nur das Portr\u00e4t einer ganz au\u00dfergew\u00f6hnlichen Frau gezeichnet, sondern auch eines Landes, dessen Geschichte mir bisher sehr fremd war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Drago Jancar, Die Nacht , als ich sie sah, Folio 2015, ISBN 978-3-85256-670-2 &nbsp; Drago Jancar gilt heute als der bedeutendste Schriftstellers des jungen Sloweniens. Vor der staatlichen Selbst\u00e4ndigkeit zu Zeiten von Titos Jugoslawien sa\u00df er wegen feindlicher Propaganda des \u00d6fteren in Haft. 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