{"id":7746,"date":"2019-06-05T11:49:58","date_gmt":"2019-06-05T09:49:58","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7746"},"modified":"2019-06-05T11:49:58","modified_gmt":"2019-06-05T09:49:58","slug":"wohin-wir-gehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7746","title":{"rendered":"Wohin wir gehen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/54469018n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7747\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/54469018n-184x300.jpg\" alt=\"\" width=\"184\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/54469018n-184x300.jpg 184w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/54469018n.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Peggy M\u00e4dler, Wohin wir gehen,Galiani Verlag 2019, ISBN 978-3-86971-186-7<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In ihrem Deb\u00fctroman \u201eLegende vom Gl\u00fcck des Menschen\u201c der 2011 auch bei Galiani in Berlin erschien, hatte die 1976 in Dresden geborene Peggy M\u00e4dler den gewagten und gelungenen Versuch unternommen, pers\u00f6nliche Erinnerung und die gro\u00dfe Geschichte miteinander zu verbinden und nach ihren Beziehungen zu forschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es war eine viel beachtete durch biographische Erinnerungen der Autorin get\u00f6nte Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte, die die Erz\u00e4hlerin des Buches da unternahm. Eine Familiengeschichte in der DDR.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun, viele Jahre sp\u00e4ter, legt Peggy M\u00e4dler ihren n\u00e4chsten Roman unter dem Titel \u201eWohin wir gehen\u201c vor. Es ist ein nachdenklicher und kluger, ja lebensweiser Roman \u00fcber entscheidende Fragen des Lebens. Sie fragt mit ihren sympathischen Hauptfiguren nach dem, was bleibt, wenn eine Heimat verloren geht, die Eltern sterben oder auch politische Hoffnungen, die einem lange Kraft und Sicherheit gaben, verschwinden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wohin soll man gehen, wo will man bleiben, wo findet man Heimat, wenn Landschaften, Orte und Jahre durch die Zeiten sich zwangsweise \u00a0ver\u00e4ndern? Im Zentrum der sich \u00fcber mehr als halbes Jahrhundert hinziehenden Handlung stehen die beiden Freundinnen Almut und Rosa. Die eine lernt in ihrem langen Leben, dass es immer etwas zu verlieren gibt und schaut auf ein Leben voller Verluste zur\u00fcck und die andere hat erfahren, dass das Leben immer irgendwie weitergeht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und so ist der ganze, leise erz\u00e4hlte Roman eine Geschichte vom \u00c4lterwerden, von Abschieden und Neuanf\u00e4ngen und dar\u00fcber, dass das Leben immer weiter geht.<\/p>\n<p>Die Handlung beginnt in den 1940 er Jahren in B\u00f6hmen. Die M\u00e4dchen Almut und Rosa sind beste Freundinnen. Doch Almuts Vater stirbt v\u00f6llig unerwartet und die Mutter begeht daraufhin Selbstmord. Rosas Mutter, eine \u00fcberzeugte Kommunistin, nimmt nach dem Krieg und der Ausweisung aller Deutschen aus der Tschechoslowakei beide M\u00e4dchen mit nach Brandenburg. Peggy M\u00e4dler beschreibt sehr eindr\u00fccklich, wie sie dort nicht nur unter dem Verlust der alten Heimat und Entwurzelung leiden, sondern auch, wie sie nach und nach sich mit dem neu gegr\u00fcndeten Staat zu identifizieren lernen. Almut und Rosa werden beide Lehrerinnen. Doch kurz vor dem Mauerbau 1961 flieht Rosa nach West-Berlin. Almut leidet lange unter diesem Verlust, wieder ist ihre Welt auseinandergebrochen. Doch sie gibt nicht auf, gr\u00fcndet eine Familie und bekommt mit Elli eine Tochter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die wiederum hat in der Jetztzeit des Romans genau wie ihre Mutter damals mit Rosa eine Freundin. Sie hei\u00dft Kristine und wird sich, nachdem Elli f\u00fcr eine neue Stelle am Theater nach Basel gezogen ist, um die kranke und gebrechliche Almut k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Handlung des Romans wechselt zwischen Gegenwart und unterschiedlichen Stadien der Vergangenheit. Erfahrungen und Erinnerungen lagern sich wie Sedimente ab. Lebenswege verschlingen sich, zwischen den Familien und den Generationen. \u00dcber Jahrzehnte hinweg geht es immer auch ums Weggehen, Ankommen oder Bleiben. Haupts\u00e4chlich aber, zu unterschiedlichen Zeiten, geht es Peggy M\u00e4dler darum, mit ruhiger Kraft jenen Moment herauszuarbeiten in den Lebensgeschichten ihrer Figuren, wo sie sp\u00fcren und erleben, was f\u00fcr sie wirklich z\u00e4hlt im Leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Peggy M\u00e4dler hat f\u00fcr dieses Buch den \u201eFontane-Literaturpreis der Fontanestadt Neuruppin und des Landes Brandenburg\u201c erhalten. In der Begr\u00fcndung der Jury hei\u00dft es:<\/p>\n<p>\u201eDrei Generationen, drei Freundinnenpaare. Gepr\u00e4gt sind ihre Lebensgeschichten von Br\u00fcchen und Ver\u00e4nderungen, ausgel\u00f6st durch Krieg, Vertreibung und wechselnde politische Systeme bei den einen, durch prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse, digitales Nomadentum und Globalisierung bei den anderen. (\u2026) In literarischer Perfektion beschreibt Peggy M\u00e4dler Land und Leute, ihre Seele und ihre Sehns\u00fcchte, ihre Pr\u00e4gungen und ihr Scheitern \u2013 ganz in der Tradition Theodor Fontanes. Sie braucht dabei nur wenige knappe Striche, um erz\u00e4hlerische Wucht zu entfalten.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieser literarkritischen Einsch\u00e4tzung kann sich ein von dem Buch begeisterter Rezensent nur anschlie\u00dfen.\u00a0 Ich hoffe nur, dass man auf den n\u00e4chsten Roman von Peggy M\u00e4dler nicht mehr solange warten muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Peggy M\u00e4dler, Wohin wir gehen,Galiani Verlag 2019, ISBN 978-3-86971-186-7 &nbsp; In ihrem Deb\u00fctroman \u201eLegende vom Gl\u00fcck des Menschen\u201c der 2011 auch bei Galiani in Berlin erschien, hatte die 1976 in Dresden geborene Peggy M\u00e4dler den gewagten und gelungenen Versuch unternommen, pers\u00f6nliche Erinnerung und die gro\u00dfe Geschichte miteinander zu verbinden und nach ihren &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7746\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Wohin wir gehen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-7746","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7746","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7746"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7746\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7748,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7746\/revisions\/7748"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7746"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7746"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7746"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}