{"id":7838,"date":"2019-06-25T15:13:53","date_gmt":"2019-06-25T13:13:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7838"},"modified":"2019-06-25T15:13:53","modified_gmt":"2019-06-25T13:13:53","slug":"ein-sohn-ist-uns-gegeben-commissario-brunettis-achtundzwanzigster-fall-hoerbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7838","title":{"rendered":"Ein Sohn ist uns gegeben. Commissario Brunettis achtundzwanzigster Fall (H\u00f6rbuch)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/54409434n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7839\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/54409434n.jpg\" alt=\"\" width=\"242\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/54409434n.jpg 242w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/54409434n-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Donna Leon, Ein Sohn ist uns gegeben. Commissario Brunettis achtundzwanzigster Fall (H\u00f6rbuch), Diogenes 2019, ISBN 978-3-257-80399-0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Donna Leons Kriminalromane um den Commissario Guido Brunetti aus Venedig erfreuen mich jedes Jahr im Fr\u00fchsommer aufs Neue.\u00a0 Habe ich fr\u00fcher schon mal kritisiert, dass seine handelnden Personen, insbesondere Brunetti selbst und seine Familie, aber auch seine Kollegen und Kolleginnen und Vorgesetzten sich \u00fcber all die Jahre nicht ver\u00e4ndern, finde ich das mittlerweile fast angenehm. Das reale Venedig mit seinen Belastungen durch den Tourismus und die drastische Ver\u00e4nderung vieler alter Strukturen kommt seit vielen Jahren in Donna Leons Romane immer wieder kritisch zur Sprache, doch die Personen bleiben immer im gleichen Alter. Brunettis Kinder Chiara und Raffi gehen immer noch in die Schule, seine Frau Paolo lehrt Literatur an der Universit\u00e4t und ihr ganzes Familienleben ist wohltuend konfliktfrei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im neuen Buch beginnt die Handlung mit einem Gespr\u00e4ch Brunettis mit seinem adligen und schwerreichen Schwiegervater, dem Conte Falier, der sich Sorgen um einen alten Freund macht, den ehemaligen Galeristen und Kunstkenner Gonzalo Rodriguez de Tejeda. Dieser homosexuelle Mann ist mittlerweile schon 85 Jahre alt und will, wie der Conte erfahren hat, einen 40 Jahre j\u00fcngeren adligen Mann als seinen Sohn adoptieren. Dem Conte gef\u00e4llt das gar nicht und er bittet Brunetti, ihn etwas abseits der normalen dienstlichen Wege dabei zu unterst\u00fctzen, mehr \u00fcber diesen jungen Mann herauszufinden, um seinen Freund von seinen Absichten abzubringen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Brunetti sieht sich schnell in der Zwickm\u00fchle. Einerseits will er seinem Schwiegervater helfen, andererseits seine dienstlichen Pflichten nicht verletzen. Doch es gelingt ihm, einen Mittelweg zu finden. Nat\u00fcrlich tauchen alle aus den fr\u00fcheren Romanen bekannten Charaktere aus seiner Dienststelle wieder auf, und Brunettis Chef Patta zeigt sich von einer bisher kaum an ihm wahrgenommenen menschlichen Seite, als er in einer Nebenhandlung, die andere zu einem ganzen Buch verarbeitet h\u00e4tten, seinen Commissario mit einem eher privaten Auftrag konfrontiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Immer mehr wird in Leons letzten Romanen die philosophische Seite ihres aus einfachen Verh\u00e4ltnissen stammenden hochgebildeten und menschenfreundlichen Commissarios lebendig.\u00a0 Seine Nachdenklichkeit und seine Gedanken, seine Art zu ermitteln und mit Menschen umzugehen, haben aus Leons Romanen eine ganz eigene spezifische Form des Kriminalromans gemacht, in dem das Verbrechen nur eine Variante m\u00f6glicher seltsamer Verhaltensweisen ist, die Menschen an den Tag legen. Auch der vorliegende achtundzwanzigste (!) Fall kommt \u00fcber lange Zeit ganz ohne ein klassisches Verbrechen aus. Der Mord am Ende kommt \u00fcberraschend, f\u00fchrt aber letztendlich dazu, dass die vorher lange mit allen Hintergr\u00fcnden erz\u00e4hlte Geschichte von Gonzalo in ll seinen Verwicklungen und Geheimnissen klarer wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Roman war f\u00fcr mich eine unterhaltsame Lekt\u00fcre, auf die ich mich schon seit der Verlagsank\u00fcndigung gefreut habe. Ich lese Leons B\u00fccher auch schon lange nicht mehr als Krimis, sondern als Milieustudien einer verfallenden Stadt und als Charakterstudien von interessanten Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es scheint, als w\u00fcrden Leons Figuren mit jedem neuen Buch nachdenklicher und weiser. Vielleicht haben sie das mit ihrer Sch\u00f6pferin gemeinsam.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die hier vorliegende ungek\u00fcrzte Lesung von Joachim Sch\u00f6nfeld besticht durch ihren ruhigen Duktus und einer Stimme, die sich hervorragend in die handelnden Personen hineinversetzt und das H\u00f6rbuch so zu einem wirklichen Erlebnis macht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Donna Leon, Ein Sohn ist uns gegeben. Commissario Brunettis achtundzwanzigster Fall (H\u00f6rbuch), Diogenes 2019, ISBN 978-3-257-80399-0 &nbsp; Donna Leons Kriminalromane um den Commissario Guido Brunetti aus Venedig erfreuen mich jedes Jahr im Fr\u00fchsommer aufs Neue.\u00a0 Habe ich fr\u00fcher schon mal kritisiert, dass seine handelnden Personen, insbesondere Brunetti selbst und seine Familie, aber auch &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7838\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Ein Sohn ist uns gegeben. 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