{"id":7993,"date":"2019-08-20T15:38:18","date_gmt":"2019-08-20T13:38:18","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7993"},"modified":"2019-08-20T15:38:18","modified_gmt":"2019-08-20T13:38:18","slug":"die-uhr-kann-gehen-das-ende-der-gehorsamkeitskultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=7993","title":{"rendered":"Die Uhr kann gehen. Das Ende der Gehorsamkeitskultur"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/56534720n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7994\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/56534720n-186x300.jpg\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/56534720n-186x300.jpg 186w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/56534720n.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Karlheinz Gei\u00dfler, Die Uhr kann gehen. Das Ende der Gehorsamkeitskultur, Hirzel 2019, ISBN 978-3-7776-2788-5<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine neue Zeitexistenz jenseits des Uhrzeigergehorsams stellt Karlheinz Gei\u00dfler, ein Experte f\u00fcr Zeit und Zeitempfinden, in seinem neuen Buch als neues Paradigma vor. Es gibt im Leben Wichtigeres als p\u00fcnktliches oder unp\u00fcnktliches Erscheinen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ja, so zeigt Gei\u00dfler, die Verpflichtung zur P\u00fcnktlichkeit zehrt an den Kr\u00e4ften der Betroffenen und macht sie unfrei. Auch der Anspruch nach mehr Flexibilit\u00e4t in der modernen Gesellschaft, beraubt die Uhr ihres angestammten Herrschaftssitzes der Zeitorganisation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So wichtig die Relativierung der Uhr als die das Leben der Menschen und die Ordnung der Gesellschaft beherrschende Instanz sein mag, so sehr Gei\u00dfler auch recht hat mit seiner Kritik der Gehorsamkeitskultur als ein den Menschen knechtendes Herrschaftsinstrument, so sehr bleibt aber auch f\u00fcr mich jedenfalls richtig und wichtig, dass man sich auf feste zeitliche Vereinbarungen verlassen kann im sozialen Leben. Es ist halt nicht egal, ob jemand zu einem Medenspiel im Tennis etwa kommt, wann er will: Es ist nicht egal, ob der Handwerker einen Termin nennt bzw. einh\u00e4lt oder nicht. Viele weitere Beispiele w\u00fcrden mir noch einfallen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gleichwohl bleibt der befreiende Hinwies des Buches g\u00fcltig: sich nicht mehr l\u00e4nger und die Knute der Uhr zu stellen, immer mehr in eine Stunde oder einen Tag hineinzupacken und sich damit seiner Freiheit zu berauben \u2013 das tut dem Menschen nicht gut. \u201eP\u00fcnktlichkeit und ein gutes Leben, beides l\u00e4sst sich schwerlich miteinander vereinbaren.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oder vielleicht doch?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Karlheinz Gei\u00dfler, Die Uhr kann gehen. 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