{"id":8187,"date":"2019-09-12T07:59:23","date_gmt":"2019-09-12T05:59:23","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=8187"},"modified":"2019-09-12T07:59:23","modified_gmt":"2019-09-12T05:59:23","slug":"geblendet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=8187","title":{"rendered":"Geblendet"},"content":{"rendered":"<p><strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/56049152n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-8188\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/56049152n-179x300.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/56049152n-179x300.jpg 179w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/56049152n.jpg 239w\" sizes=\"auto, (max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Andreas Pfl\u00fcger, Geblendet, Suhrkamp 2019, ISBN 978-3-518-42895-5<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dem vorliegenden dritten Band der Thrillerreihe um die blinde Elitepolizistin Jenny Aaron\u00a0 schlie\u00dft Andreas Pfl\u00fcger seine Trilogie ab. Viele Fragen blieben nach dem zweiten Band offen, die nun gekl\u00e4rt und zu einem vorl\u00e4ufigen (?) Abschluss gebracht werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dazu f\u00fchrt er zu Beginn der wieder absolut spannenden und auch sprachlich mitrei\u00dfenden Handlung eine neue Figur ein. Zun\u00e4chst wei\u00df man bei der Geschichte des 12-j\u00e4hrigen M\u00e4dchens und ihres Vaters, die im Prolog erz\u00e4hlt wird, nicht, um wen es sich handelt, aber sie wird sp\u00e4ter einen Namen, ein Gesicht und eine Geschichte bekommen, die der von Jenny Aaron wie ein Spiegelbild \u00e4hnelt und ihr auf eine beeindruckende Weise helfen wird, endlich zu sich selbst zu kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst h\u00e4lt sie sich in den USA auf bei einem spirituellen Lehrer fern\u00f6stlicher Kampf- und Meditationstechniken. Von dort kehrt sie nach Berlin zur\u00fcck, um sich einer lange verschobenen speziellen Therapie zu unterziehen, die ihr das Augenlicht zur\u00fcckbringen soll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Therapie bei Dr. Reimers aber bringt Jenny schnell an ihre Grenzen. Trugbilder verst\u00f6ren zunehmend ihre Wahrnehmung, die regelrecht verr\u00fccktspielt. Was noch schlimmer ist: mit zunehmendem Sehen entwickeln sich ihre \u00fcberscharfen anderen Sinne zur\u00fcck auf das normale Ma\u00df.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mitten in diese vom Autor lang und ausf\u00fchrlich geschilderte prek\u00e4re pers\u00f6nliche Situation ereilt Jenny Aaron eine Bitte der Abteilung, wie ihre Eliteeinheit genannt wird. Die Abteilung unter der Leitung von Demirci hat die M\u00f6glichkeit, den Mann im Hintergrund zur Strecke zu bringen, jene dunkle Gestalt, die f\u00fcr den Tod so manches ehemaligen Mitglieds der Abteilung verantwortlich ist. Daf\u00fcr brauchen sie Jennys schnelle Hilfe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und nun entspannt sich ein Kampf zwischen diesen beiden M\u00e4chten und das am Anfang beschriebene, mittlerweile erwachsen gewordene M\u00e4dchen spielt eine entscheidende Rolle auf der anderen, feindlichen Seite.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu diesem Kampf, der die Abteilung fast auszul\u00f6schen droht, kommt f\u00fcr Jenny noch ein dramatischer innerer Kampf dazu. Wieder mit zahlreichen R\u00fcckblicken in Jennys fr\u00fcheres Leben versehen (dennoch sollte man die beiden ersten B\u00e4nde gelesen haben, um in diesen dritten, die Reihe abschlie\u00dfenden wirklich hinein zu kommen), schildert Pfl\u00fcger in einem aus den anderen B\u00fcchern bekannten Wechsel zwischen Action und Reflexion, auch spiritueller Reflexion, den Kampf der Abteilung gegen ihre Feinde, die auch im deutschen Geheimdienstsystem sich befinden und befanden und den tapferen Kampf Jennys mit sich selbst. Die zu Anfang des Buches beschriebene Person wird dabei eine wichtige Rolle spielen und\u00a0 sie auf eine v\u00f6llig \u00fcberraschende Art und Weise retten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Ende sagt sie sich, dass nichts, was sie in den letzten Jahren erlebt hat, vergebens war. Und sie h\u00e4tte gar nicht fr\u00fcher erkennen k\u00f6nnen, was sie jetzt wei\u00df und wo sie nun angekommen ist: \u201edass es ihr nicht bestimmt war, wieder zu sehen, sondern wieder zu lieben.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielleicht h\u00e4ngt mein durchg\u00e4ngiger Eindruck beim Lesen, dass der abschlie\u00dfende Band schw\u00e4cher ist als die beiden ersten, auch damit zusammen. Dass n\u00e4mlich die Geschichte von Jenny Aaron an ein Ende kommt, ein offenes Ende zwar, aber wohl ein endg\u00fcltiges.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was wird sie als Liebende in Zukunft mit all ihren F\u00e4higkeiten anfangen? Wie wird sie leben, was wird sie tun und f\u00fcr wen?\u00a0 Wird sie ihre Vergangenheit je wieder einholen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ob Andreas Pfl\u00fcger dem Reiz widerstehen kann,\u00a0 sie in einer neuen Reihe noch einmal in anderer Konstellation ins literarische Leben zu rufen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Andreas Pfl\u00fcger, Geblendet, Suhrkamp 2019, ISBN 978-3-518-42895-5 &nbsp; Mit dem vorliegenden dritten Band der Thrillerreihe um die blinde Elitepolizistin Jenny Aaron\u00a0 schlie\u00dft Andreas Pfl\u00fcger seine Trilogie ab. Viele Fragen blieben nach dem zweiten Band offen, die nun gekl\u00e4rt und zu einem vorl\u00e4ufigen (?) 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