{"id":8197,"date":"2019-09-16T14:29:36","date_gmt":"2019-09-16T12:29:36","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=8197"},"modified":"2019-09-16T14:29:36","modified_gmt":"2019-09-16T12:29:36","slug":"dieser-weite-weg-hoerbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=8197","title":{"rendered":"Dieser weite Weg (H\u00f6rbuch)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/55695511n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8198\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/55695511n.jpg\" alt=\"\" width=\"242\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/55695511n.jpg 242w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/55695511n-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Isabel Allende, Dieser weite Weg (H\u00f6rbuch), der H\u00f6rverlag 2019, ISBN 978-3-8445-3592-1<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In ihrem neuen Roman, der in seiner epischen Kraft und sprachlichen Qualit\u00e4t nach vielen anderen Romanen endlich wieder an den Zauber von \u201e Das Geisterhaus\u201c anschlie\u00dfen kann, spannt Isabel ihren erz\u00e4hlerischen Bogen vom spanischen B\u00fcrgerkrieg bis ins Chile Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDieser weite Weg\u201c ist die Geschichte des Schicksals der Familie der Dalmaus. Seit Generationen ist diese gebildete und wohlhabende Familie in Barcelona ans\u00e4ssig. Das Leben dieser katalanischen Familie \u00e4ndert sich schlagartig, als 1936 der Spanische B\u00fcrgerkrieg beginnt. Victor Dalmau, der gerade kurz zuvor begonnen hat, als Arzt zu praktizieren, tut in den Reihen der Republikaner als Sanit\u00e4ter und Arzt Dienst an der Front. W\u00e4hrend des B\u00fcrgerkrieges stirbt sein Vater an einem Herzinfarkt und sein Bruder Guillem findet auf dem Schlachtfeld den Tod.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem Franco nach seinem Milit\u00e4rputsch eine Diktatur errichtet, flieht Victor Dalmau aus Barcelona nach Frankreich. Bei ihm ist die talentierte Pianistin Roser Bruguera, die von seinem toten Bruder schwanger ist. Victor bringt es lange Zeit nicht \u00fcber sich, Roser die Wahrheit \u00fcber den Tod des Bruders zu sagen. Auf dieser Flucht verschwindet die Mutter Victors und alle, auch der schon hier gebannte Leser, glauben, sie sei tot. Die Szenen, die sich in Frankreich abspielen, die Ablehnung, die den politischen Fl\u00fcchtlingen dort begegnet, erinnert in vielem an heutige Zust\u00e4nde: &#8222;Niemand wollte diese Ausl\u00e4nder haben, diese Roten, diese widerw\u00e4rtigen, dreckigen Fahnenfl\u00fcchtigen und Verbrecher, wie sie in der Zeitung genannt wurden, sie w\u00fcrden Seuchen verbreiten, stehlen und vergewaltigen und einen kommunistischen Umsturz anzetteln.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An dieser Stelle baut Isabel Allende zum ersten Mal den Teil ihres Romans ein, der in Chile spielt. Sie l\u00e4sst den damals noch jungen Dichter Pablo Neruda ein Schiff namens \u201eWinnipeg\u201c chartern, das weit \u00fcber tausend spanische B\u00fcrgerkriegsfl\u00fcchtlingen nach S\u00fcdamerika bringen soll. Er sorgt selbst daf\u00fcr, dass auch Intellektuelle und politisch links verorte Menschen auf das Schiff d\u00fcrfen, darunter Viktor Dalmau und Roser, die der als seine Frau ausgibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Chile angekommen, holt Viktor sein Arztdiplom an der Universit\u00e4t Santiago nach und Roser macht Karriere als Pianistin. \u00dcber die Jahre und Jahrzehnte wird aus einer liebe- und respektvollen Vernunftehe eine gro\u00dfe Liebe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viktor wird den noch jungen Salvador Allende kennenlernen, mit ihm regelm\u00e4\u00dfig Schach spielen, aber er kritisiert auch seine &#8222;bourgeoise Gewohnheiten, seine Ma\u00dfanz\u00fcge, sein erlesener Geschmack, der sich in den Kunstgegenst\u00e4nden zeigte, mit denen er sich umgab.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Isabel Allende erz\u00e4hlt mit viel Temperament, wie Victor und Roser und deren Sohn Marcel sich in Chile einen Namen schaffen und versuchen, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich in der chilenischen Klassengesellschaft zurechtzufinden. Doch der Leser ahnt schon fr\u00fch, dass der Milit\u00e4rputsch 1973 die Familie erneut zur Flucht zwingen wird, dieses Mal nach Venezuela. Dort, so berichtet Isabel Allende, habe sie auch w\u00e4hrend ihres eigenen Exils jenen Victor Pey getroffen, der f\u00fcr die Romanfigur des Victor Pate stand und erst im Alter von 103 gestorben ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDieser weite Weg\u201c ist die bewegende und auf vielen historischen Tatsachen beruhende Geschichte eines Paares durch die turbulenten Zeitl\u00e4ufe des vergangenen Jahrhunderts.<\/p>\n<p><strong>Wie weit ist der Weg, den Menschen manchmal gehen m\u00fcssen, um im Leben anzukommen? Eine Geschichte von Flucht und Neuanfang, von politischem Engagement und von Intrigen und Gewalt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Und eine wundervolle Liebesgeschichte zweier Menschen, die sich erst langsam n\u00e4her kommen, nachdem sie vorher schon unendlich viel miteinander erlebt und bew\u00e4ltigt haben.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mit diesem neuen Roman hat Isabel Allende nach etlichen eher durchschnittlichen Romanen zu ihrer alten Qualit\u00e4t zur\u00fcckgefunden. Weil besonders die Teile, die nach der historisch belegten \u00dcberfahrt der \u201eWinnipeg\u201c in Lateinamerika spielen, von vielen autobiographischen Erfahrungen gepr\u00e4gt, besonders authentisch und leidenschaftlich erz\u00e4hlt sind.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ein Roman, den man als auch historisch und politisch interessierter Leser nicht aus der Hand legen m\u00f6chte und der von Menschen erz\u00e4hlt, die trotz Flucht und Verfolgung niemals die Hoffnung aufgeben, dass das Leben einen Sinn hat und die Liebe sie weiter tr\u00e4gt, als sie es f\u00fcr m\u00f6glich hielten.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>In der hier vorliegenden gek\u00fcrzten Lesung\u00a0 aus dem H\u00f6rverlag gelingt es Wiebke Puls ganz hervorragend, die Geschichte von Victor, Roser und anderen als eine pers\u00f6nliche Trag\u00f6die in Szene zu setzen, eine Trag\u00f6die, in der es geht um Vertreibung, Flucht, Exil und die Unm\u00f6glichkeit, an einem Ort dauerhaft anzukommen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Interpretation der Hauptfiguren ist \u00fcberzeugend und der leidenschaftliche Sprachstill Allendes findet in der Stimme von Wiebke Puls einen engagierten Widerhall.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ein gelungenes H\u00f6rbuch, das trotz seiner notwendigen, aber gelungenen K\u00fcrzungen dem Buch ebenb\u00fcrtig ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Isabel Allende, Dieser weite Weg (H\u00f6rbuch), der H\u00f6rverlag 2019, ISBN 978-3-8445-3592-1 &nbsp; In ihrem neuen Roman, der in seiner epischen Kraft und sprachlichen Qualit\u00e4t nach vielen anderen Romanen endlich wieder an den Zauber von \u201e Das Geisterhaus\u201c anschlie\u00dfen kann, spannt Isabel ihren erz\u00e4hlerischen Bogen vom spanischen B\u00fcrgerkrieg bis ins Chile Mitte der &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=8197\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Dieser weite Weg (H\u00f6rbuch)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-8197","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8197","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8197"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8197\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8199,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8197\/revisions\/8199"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8197"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8197"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8197"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}