{"id":8283,"date":"2019-10-22T08:28:22","date_gmt":"2019-10-22T06:28:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=8283"},"modified":"2019-10-22T08:28:22","modified_gmt":"2019-10-22T06:28:22","slug":"der-wanderer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=8283","title":{"rendered":"Der Wanderer"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/55688451n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-8284\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/55688451n-189x300.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/55688451n-189x300.jpg 189w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/55688451n.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Luca D` \u00c0ndrea, Der Wanderer, Penguin 2019, ISBN 978-3-328-60025-1<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dem neuen Thriller des S\u00fcdtiroler Erfolgsautors Luca D`Andrea habe ich mich schwer getan. Zu verworren scheint zun\u00e4chst die Handlung, zu unklar die ab der Mitte des Buches eingef\u00fchrte geheimnisvolle Figur des \u201eWanderers\u201c, die dem Buch seinen Titel gab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Buch spielt in Kreuzwirt, einem auf den ersten Blick beschaulichen kleinen \u00d6rtchen in S\u00fcdtirol, an dem der Tourismus vor langer Zeit schon vorbeigegangen ist. Kreuzwirt entpuppt sich als ein Ort voller Geheimnisse und vielf\u00e4ltiger Seilschaften, in die der zun\u00e4chst von der Handlung etwas verwirrte Leser im Laufe des Buches einen d\u00fcsteren Einblick erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als die junge, motorradbegeisterte Sybille eines Tages einen Brief ohne Absender erh\u00e4lt, befindet sich in ihm ein Bild ihrer toten Mutter. Vor \u00fcber zwanzig Jahren war sie bei einem mysteri\u00f6sen Unfall am See ums Leben gekommen, ein Unfall, der damals schnell als Selbstmord zu den Akten gelegt wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Irgendwer will Sybille mit diesem Hinweis zeigen, dass sich ihre Mutter damals eben nicht umgebracht hat, sondern dass sie ermordet wurde. Zusammen mit dem Schriftsteller Tony, der damals als junger Lokaljournalist \u00fcber das Geschehen berichtete und der mit seinem riesigen Bernhardiner allein lebt, begibt sie sich auf eine spannende Reise in die Vergangenheit. Was ist da vor zwanzig Jahren wirklich geschehen, als man \u201edie narrische Erika\u201c, die anderen Menschen aus Tarotkarten die Zukunft gelesen hat und in Kreuzwirt keineswegs beliebt war, tot an dem abgelegenen Bergsee gefunden hat? Was hat es mit dem seltsamen Tarotzeichen\u00a0 auf sich, das vom B\u00f6sen k\u00fcndet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die beiden, die im Laufe der Handlung durchaus Gef\u00fchle f\u00fcreinander entwickeln, sto\u00dfen sehr schnell auf ein Geflecht aus L\u00fcgen, Eifersucht und Verrat. Da spielen Drogen eine Rolle, Okkultismus und immer wieder auch ein gro\u00dfe Portion Wahnsinn, die der Leser erst einmal mehr oder weniger erfolgreich entwirren muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es stellt sich bald heraus, dass das Sonderbare und abgrundtief Geheimnisvolle an der ganzen Geschichte, die der Autor da entwickelt, auf eine schwer zu entschl\u00fcsselnde Weise mit der Geschichte der ganzen Dorfgemeinschaft selbst zusammenh\u00e4ngt. Die blockt alle Aufkl\u00e4rungsversuche rigoros ab und beginnt die beiden \u201eErmittler\u201c sogar zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Autor l\u00e4sst den Leser auf weiten Strecken im Unklaren, wer da auf welcher Seite steht. Teils verworrene Handlungsstr\u00e4nge und Gedanken h\u00e4ngen miteinander zusammen, oder etwa doch nicht?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mir ist es so gegangen, dass ich besonders nach langen Leseabschnitten stellenweise dachte, einen Faden der L\u00f6sung gefunden zu haben, nur um ihn bald nach einer l\u00e4ngeren Lesepause wieder zu verlieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dennoch gelingt es dem Autor, seinen Leser bei der Stange zu halten, der unbedingt wissen will, was sich nun genau hinter all den Geheimnissen des Ortes verbirgt und vor allem, wie die bald eingef\u00fchrte Figur des \u201eWanderers\u201c zu interpretieren ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung soll hier nat\u00fcrlich offen bleiben. Doch wenn man trotz der erw\u00e4hnte Wirrungen tapfer am Buch bleibt, stellt sich ein ungew\u00f6hnlicher Leseeffekt ein, der den Leser nicht mehr loslassen will und der sehr viel mit der Sprache und dem Gesamtarrangement des Autors zu tun hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dennoch: seine\u00a0 beiden ersten B\u00fccher haben mir besser gefallen. Den f\u00fcr die Lekt\u00fcre des neuen Buches n\u00f6tigen Sinn f\u00fcr Esoterik besitze ich nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Luca D` \u00c0ndrea, Der Wanderer, Penguin 2019, ISBN 978-3-328-60025-1 &nbsp; Mit dem neuen Thriller des S\u00fcdtiroler Erfolgsautors Luca D`Andrea habe ich mich schwer getan. 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