Archiv der Kategorie: Allgemein

Porsche Traktoren

 

 

 

 

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Ulf Kaack, Porsche Traktoren, Delius Klasing 2016, ISBN 978-3-667-10692-6

 

Ferdinand Porsche wurde 1937 von der deutschen Arbeitsfront beauftragt, einen Traktor zu entwickeln, der zur Motorisierung der deutschen Landwirtschaft beitragen sollte. Dieser Volkstraktor hatte einen 11 PS starken Zweizylindermotor und sollte in einem neuen Traktorenwerk in Waldbröl in Großserie produziert werden. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges kam es allerdings nur zu der Herstellung von einigen Prototypen. Nach Kriegsende entstand 1950 aus einer Weiterentwicklung des Volkstraktors und in Zusammenarbeit mit Allgaier der erste Porsche Diesel Traktor. Ab 1956 wurde eine Zusammenarbeit mit dem Mannesmann-Konzern angestrebt. 1962 wurde die Produktion von Porsche Diesel Traktoren mit den MAN Traktoren zusammengelegt. Ein Jahr später wurde die Traktoren-Sparte von Porsche an Renault verkauft. Am 15. Juli 1963 wurde die Produktion offiziell eingestellt.

 

Der vorliegende Band des Delius Klasing Verlags, der in dessen Reihe „Bewegte Zeiten“ erschienen ist, stellt diese Geschichte dar und zeigt mit vielen zeitgenössischen Fotografien und aktuellen Bildern von Sammlern dieser mittlerweile zur Rarität gewordenen Fahrzeuge einen beeindruckenden Überblick.

 

Ich weiß, dass viele, vorzugswiese ältere Männer alte Traktoren lieben: Auch und gerade wenn sie keinen Porsche Traktor in ihrer Scheune stehen haben, werden sie sich über dieses schönes Buch freuen. Als Geschenk für Traktorfreunde überaus geeignet.

Der Eisdrache

 

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Troon Harrison, Andrea Offermann, Der Eisdrache, Nilpferd 2016, ISBN 978-3-7074-5190-0

 

Das vorliegende aus dem Englischen von Pauline Katz ins Deutsche übertragene Bilderbuch ist ein modernes Märchen, das erzählt von Mitgefühl, von Hoffnung und von Liebe. Die poetischen Texte von Troon Harrison und die außergewöhnlichen Illustrationen von Andrea Offermann machen die Geschichte von dem Mädchen und dem Eisdrachen zu einem Vorleseerlebnis für die ganze Familie.

 

Wie schlussendlich das Mitgefühl und die Liebe über die Vorurteile und den Zorn siegen ist ermutigend.

Eine Geschichte wie aus einer anderen Zeit.

Die Nacht in dir

 

 

 

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Christa Bernuth, Die Nacht in dir, DTV 2016, ISBN 978-3-423-26107-4

 

Dieser neue Psychothriller ist die direkte Fortsetzung des Thrillers „Das Falsche in mir“, der im Jahr 2014 erschien und den ich, obwohl sonst nicht so der Thrillerfan, mit großer Begeisterung verschlungen habe.

Wieder geht es um den mittlerweile 50 – jährigen ehemaligen Triebtäter Lukas Salfeld, der im letzten Buch seine nach der Verbüßung einer Haftstrafe aufgebaute Existenz verlor.

 

Mit Unterstützung der Polizei führt er jetzt ein einsames Leben, geht wöchentlich zu seinem Therapeuten, der nicht an ihn wirklich herankommt und muss sich regelmäßig bei der Kommissarin Sina Rastegar melden.

 

Diese sympathische, selbst durch frühen sexuellen Missbrauch schwer geschädigte Frau, lebt mittlerweile mit dem Gerichtsmediziner Leo zusammen, der an der Lösung des neuen Falls nicht unwesentlich mitwirkt.

 

Sina hat die Hoffnung, über die Mails, die Lukas Salfeld mit seinem Sohn führ und die sie mitlesen kann, an diesen Serienmörder heranzukommen. Der reist mordend um die halbe Welt und ist doch näher, als alle lange Zeit denken.

 

Gleichzeitig geschehen in Thalgau, einem in der Nähe gelegenen Internat Dinge, die die Polizei auf den Plan rufen. Ein Junge hat sich von einem Glockenturm in den Tod gestürzt.

 

Sina Rastegar bittet im Alleingang Lukas Salfeld um Mithilfe. Eine Entscheidung mit ungeahnten Folgen, die sie ihren Job und ihr Leben kosten kann.

 

Ich konnte das Buch vor lauter Spannung kaum aus der Hand legen.

Christa Bernuth gelingt es, immer wieder wechselnde Perspektiven einnehmend, eine fast unerträgliche Spannung zu erzeugen, zumal das, was da mehr und mehr ans Licht kommt an menschlicher Abgründigkeit und Bosheit kaum zu überbieten ist. Man kann sich bis kurz vor dem Ende einstellen auf immer wieder neue Wendungen und Zusammenhänge, die man nicht im Traum für möglich gehalten hätte.

 

Ob es einen dritten Teil gibt, wie manche Formulierungen ab Ende vermuten lassen?

 

 

Nussschale

 

 

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Ian McEwan, Nussschale, Diogenes 2016, ISBN 978-3-257-06982-2

 

Die Idee ist genial, der Plot klassisch und seine Ausführung an manchen Stellen unglaubwürdig übertrieben. In seinem neuen Roman „Nussschale“ erzählt der britische Bestsellerautor Ian McEwan die Geschichte eines Vaters, einer Mutter und deren Liebhabers. Mutter und Liebhaber wollen den Vater töten (auch wenn er der leibliche Bruder des Vaters ist), dessen auf viele Millionen geschätztes altes heruntergekommenes Haus mitten in bester Londoner Lage verkaufen und sich dann aus dem Staub machen. So weit so gut. Wäre da nicht die Tatsache, dass die Mutter im neunten Monat schwanger ist (von ihrem Mann?) und man nicht genau weiß, was man mit dem Baby tun soll, das in zwei Wochen zur Welt kommen soll.

Das alles irritiert das Ungeborene, das McEwan als wirklich ungewöhnlichen Ich-Erzähler auftreten lässt.  Dieser natürlich noch namenlose Erzähler erlebt nicht nur das Drama seiner Mutter Trudy , seines Vaters John, seines Zeichens ziemlich erfolgloser Dichter und Verleger und seines nebenbuhlerischen Onkel Claude, und schildert es mit immer größerer Besorgnis (was soll aus ihm werden?), sondern ist durch das Mithören unzähliger Radiosendungen auf BBC und Podcasts, die seine Mutter zur Ablenkung laufen ließ, auch so etwas wie ein weitläufiger Analyst der Welt geworden, in die er noch gar nicht hineingeboren ist.

 

Seine Kenntnis geht sogar so weit, dass er den Wein, den seine Mutter in immer größeren Mengen in sich hineinschüttet, bis auf den Jahrgang und das Weingut bestimmen kann.

 

Und das ist natürlich unglaubwürdig. Aber diese Kritik geht fehl, weil McEwan gar nicht davon ausgeht, dass sein Erzähler das wirklich weiß.

Ein Fötus hat ein Erleben, bekommt über den Stoffwechsel seiner Mutter und deren Herzschlag viel mit, ist aber natürlich noch kein Wesen mit einem ausgebildeten Bewusstsein und Sprachkompetenz.

 

Es geht McEwan in seinem neuen Roman, der voller philosophischer und aktuell politischer Reflexionen steckt, um diese ungewöhnliche Perspektive. Wie könnte, würde er es wirklich alles verstehen, ein ungeborener Fötus die Welt wahrnehmen in die er hineingeboren wird?

 

Mich hat das Buch gut unterhalten, mich nicht selten schmunzeln lassen. Doch an seine letzten drei Bücher „Kindeswohl“, „Honig“ und „Solar“ kommt „Nussschale“ leider nicht heran.

 

 

 

Das Lächeln der Signorina

 

 

 

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Andrea Camilleri, Das Lächeln der Signorina, Lübbe 2015, ISBN 978-3-7857-2544-3

 

Der vorliegende Roman mit Commissario Montalbano aus Vigata in Sizilien ist der nunmehr 17. ins Deutsche übersetzte einer Reihe, die ihr Schöpfer Andrea Camilleri, mittlerweile 91 Jahre alt, in Italien schon auf 24 Bände ausgeweitet hat.

 

Ich habe alle bisher erschienenen Bände vom ersten Band „Die Form des Wassers“ bis zum dem aktuellen vorliegenden in Italien zuerst 2010 erschienenen gelesen, und ich muss sagen, dass ich selten in einer Krimireihe (die meisten mit deutlich weniger Bänden) so wenig qualitative Unterschiede gesehen habe wie bei Camilleri.

 

Obwohl die Besetzung bis auf unwesentliche Veränderungen in seinem Ermittlerteam immer gleich bleibt, ist es jedes Mal ein Genuss zu lesen, wie Montalbano etwa seinen Vorgesetzten mit dessen eigenen Mitteln austrickst oder wie sein tolpatschiger Assistent Catarella jeden Namen verwechselt, der ihm unter die Nase kommt.

 

In den letzten Bänden spielt Camilleri immer wieder mit dem Thema Alter. Montalbanos Zwiegespräche mit seinem Alter Ego deren sich immer mehr um seine Vergesslichkeit und seine abnehmende Energie.

Doch dann zeigt sich der auf sie sechzig zugehende Commissario wieder wie im vorliegende Band von seiner besten Seite, lässt sich von ermittlungstechnischen Sackgassen nicht entmutigen und stellt wieder einmal fest, dass seine Libido noch nicht erloschen ist.

 

Eine Serie von Diebstählen sorgt dieses Mal für Aufregung im sizilianischen Vigàta.  Als Commissario Montalbano im Rahmen der Ermittlungen Bekanntschaft mit der jungen Angelica Cosulich macht, fühlt er sich schlagartig in seine Jugend zurückversetzt: Mit ihrem wallenden Blondhaar erinnert ihn die schöne Angelica an die Heldin selben Vornamens aus Ariosts Epos Der rasende Roland, die ihm seinerzeit die Träume versüßt hat. Doch hinter dem betörenden Lächeln der Signorina verbirgt sich ein gefährliches Geheimnis und Montalbano kann sich nur mit Mühe aus ihrer Anziehungskraft lösen.

 

Wie er mit Hilfe seiner Kollegen, hauptsächlich aber durch seine Kombinationsgabe, mit List und mit gut eingesetzter Hilfe seines Journalistenfreundes Nicolo den Fall so löst, dass die Schuldigen die Sache unter sich selbst ausmachen, ist wunderbar spannend und witzig beschrieben. Warum Montalbano allerdings immer noch jeden Abend mit seiner Freundin Livia telefoniert, obwohl er jedes Mal mit ihr in einen  Streit gerät, weiß wahrscheinlich nur Camillieri selbst. Montalbano scheint sie durch die Zeiten aufrichtig zu lieben und bei einer ihrer seltenen Begegnungen bekommt der Leser auch einen Eindruck davon.

Ich habe das Buch im Urlaub an einem schönen Nachmittag auf der Liege in einem Zug ausgelesen. Eine bessere Erholung und Unterhaltung hätte ich mir nicht wünschen können.

 

Auf insgesamt sechs in Italien schon erschienene, aber noch nicht ins  Deutsche übersetzte Bände können sich alle Freunde dieses Commissarios, der nach wie gutes Essen und guten  Wein goutiert, in den nächsten Jahren freuen.

 

 

Wo kämen wir hin?

 

 

 

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Martin Werlen, Wo kämen wir hin, Herder 2016, ISBN 978-3-451-37556-9

 

Ein radikales Buch legt der ehemalige Abt des Klosters Einsiedeln nach seiner Genesung von einem schlimmen Sportunfall hier im Herder Verlag vor. In einer deutlichen Nähe zu der Botschaft von Papst Franziskus, geht es in diesem Buch um eine „Kirche, die Umkehr nicht nur predigt, sondern selber lebt.“

Er spricht nicht nur seine Kirche an, sondern jeden einzelnen Christen (dabei hat er nicht nur Katholiken im Blick, sondern alle, die an Jesus Christus glauben), wenn er sagt:

„Es geht nicht um einige Verschönerungen. Es geht um Umkehr. Lange haben wir Umkehr einfach den anderen gepredigt. Aber zuerst müssen wir selber leben.“

 

Immer wieder bezieht er sich auf biblische Texte, besonders beeindruckend seine Rezeption des Gleichnisses vom verlorenen Sohn, und auf Mütter und Väter des Glaubens, darunter auch Dietrich Bonhoeffer, um zu verdeutlichen, was er meint.

 

Überzeugend ist seine Darstellung, dass diese Form der Umkehr und des entsprechenden Lebens nicht nur eine Sache für wenige „Heilige“ ist, sondern dass jeder einzelnen Christ, wo immer er auch steht in seinem Leben und Beruf, damit anfangen kann. So lädt er seine Leser ein, sich jeden Tag zunächst nur 5 Minuten zu schenken für eine Zeit der Stille und Introspektion. Schon das, was da zu Tage tritt, wird helfen, an ganz konkreten Stellen im Lebensalltag mit der Umkehr zu beginnen, sich auf sie einzulassen.

 

Dabei ist die Einsicht in gemachte Fehler oder bisherige falsches Verhalten der Beginn jeder auch nur kleinsten Konversion.

 

Einhundertdreiundfünfzig kurze Texte zu vielen verschiedenen Themen hat  Martin Werlen in diesem Buch zusammengestellt und endet mit dem Aufruf und der Ermutigung an seine Leser:

„Als Getaufte dürfen wir es wagen, System loszulassen und uns ganz in Gottes Arme zu werfen. Wir dürfen umkehren. Schon der Gedanke daran kann uns Angst machen. Wo kämen wir hin? Wagen wir es?

 

Ein Buch, das Mut machen will und Wege aufzeigt aus den Sackgassen des Stillstandes und der Resignation, die sich auch in der Kirche gerne mit dem Festhalten an Althergebrachtem paart.

 

 

Unter Katzen

 

 

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Andrius Burba, Unter Katzen, Riva 2016, ISBN 978-3-86883-996-8

 

Unter einen Titel „Unter Katzen“ stellt man sich, bevor man das Buch aufgeschlagen hat, sicher vor, dass darin eine Menge verschiedener Katzen abgebildet sind. Vielleicht auch, dass menschliches Zusammenleben mit Katzen fotografisch thematisiert wird.

 

Die erste Vermutung stellt sich als richtig heraus, doch völlig anders, als man es vermutet hätte. Der Litauer Fotograf Andrius Burba hat eine so noch nie gewählte Perspektive gewählt und in seinem hier vorliegenden Buch verschiedene Katzen von unten fotografiert. Inspiriert wurde er dazu beim Besuch einer internationalen Katzenschau in Vilnius.

„Was ich mit meinen Fotos aber eigentlich ausdrücken wollte, ist dieses Gefühl der Verlegenheit, das sogar Katzen haben, wenn es um den Teil ihres Körpers geht, den Menschen normalerweise nicht zu sehen bekommen“, schreibt Burba im Vorwort eines gerade für Katzenfreunde besonderen und außergewöhnlichen Bildbandes.

 

Wunderbare Katzenkörper von unten auf schwarzen Hintergrund, die nach ihrer Veröffentlichung sehr schnell zu einer Weltsensation wurden.

Über den Gotthard

 

 

 

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Yvonne Rogenmoser, Über den Gotthard, NordSüd 2016, ISBN 978-3-314-10341-4

 

Es ist die längste Verkehrsröhre der Welt – ein Rekordprojekt für die Schweiz und Europa. Am 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel ist im Oktober diesen Jahres die erste Röhre durchstoßen worden.

Wahrscheinlich im Zusammenhang mit dieser ingenieurmäßigen Meisterleistung, die etwa 2020 ihren Abschluss finden soll, hat der NordSüd Verlag in Zürich mit Yvonne Rogenmoser eine Autorin gefunden, die als wissenschaftliche Zeichnerin, die auf die Vermittlung von Wissen durch Bilder sich spezialisiert hat, mit dem vorliegenden Bilderbuch jenen berühmten Pass und später den Tunnel in seiner langen Geschichte seit der ersten Holzbrücke um 1200 bis zur eben erwähnten neuen Röhre des Basistunnels mit Wort und Bild verfolgt und Kindern ab dem Grundschulalter nahe bringt.

 

In abwechslungsreichen Bildern wechselt sie zwischen technischen Zeichnungen und Erklärungen und bildlichen Darstellungen des Reiseverhaltens der jeweiligen Epochen.

 

Es geht von der beschwerlichen und mehrtätigen Reise zu Fuß im Mittelalter  über das Postkutschenzeitalter bis zu den modernen schnellen Zügen. Auch Kinder, die mit ihren Eltern diesen Weg nach Süden noch nie unternommen haben, werden ihre Freude an diesem lehrreichen Buch haben. Alle anderen, die den Weg kennen, sowieso.

 

Heute bin ich wild und böse

 

 

 

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Jutta Richter, Annette Swoboda, Heute bin ich wild und böse, Coppenrath 2016, ISBN 978-3-649-61870-6

 

Aus einem schon 2009 im Boje Verlag veröffentlichten Gedichtband für Kinder „Am Himmel hängt ein Lachen“ hat Jutta Richter ein Gedicht ausgewählt mit dem Titel „Heute bin ich wild und böse“ und Annette Swoboda hat es auf eine lustige und originelle Weise illustriert.

 

In dem Gedicht geht es um einen Tag im Leben eines Jungen, an dem alles nur blöd ist. Das Kind ist voller Wut und Aggression, hat keine Lust lieb zu sein und zu kuscheln:

„Heute bin ich wild und böse

und ich gehe nicht ins Bett,

knalle Türen mit Getöse,

bin ganz kratzig, bin nicht nett“

 

Die Katze des Jungen beobachtet seine Wut, und lässt sich sogar von ihr anstecken. Doch der Junge hält es nur durch bis zum Abend:

„Aber endlich kommt der Abend

Und das Bösesein ist schwer.

Und ich stehe in der Küche

Und ich bin kein Löwe mehr!“

 

Und dann will er auch wieder kuscheln, geküsst und in den Arm genommen werden, was seine Katze allzu gerne tut.

 

Auffällig ist, dass Annette Swoboda keine Erwachsene dargestellt hat. Vielleicht ein leiser Hinweis darauf, in solcher Phasen nicht einzugreifen?

 

Ein schönes kleines Bilderbuch für Kinder, die sich manchmal richtig wild und böse fühlen.

Das allerkleinste Nachtgespenst

 

 

 

 

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Brigitte Weninger, Eve Tharlet, Das allerkleinste Nachtgespenst, Minedition 2016, ISBN 978-3-86566-229-3

 

Das Autorenduo Weninger/Tharlet hat in den vergangenen Jahren mit etlichen gemeinsamen Bilderbüchern, die bei minedition und anderen Verlagen veröffentlicht wurden, unter Beweis gestellt, wie man mit warmherzigen Geschichten aus der Lebens- und Erfahrungswelt von Kindern und dazu passenden zarten und ansprechenden Illustrationen nicht nur den zuhörenden Kindern, sondern auch den vorlesenden Erwachsenen Freude bereiten kann.

 

Ihr neuestes kleines Buch erzählt von jener Angst, die die meisten kleinen Kinder in einem bestimmten Alter haben. Sie fürchten sich vor Gespenstern in ihrem Zimmer. So geht es auch der kleinen Lena. Kaum ist das Licht gelöscht, tauchen sie auf, jene Schatten, die eigentlich Gespenster sind. Auch wenn die Mama oder der Papa auf ihr Rufen hin ins Zimmer kommen und behaupten, es gäbe keine Gespenster, da verstecken diese sich nur.

 

Doch eines Abends taucht ein kleines, weißes Wesen neben ihrem Kopfkissen auf. Es nennt sich das „allerkleinste Nachtgespenst“ und lehrt Lena einen Spruch, mit dem sie alle Gespenster verjagen kann:

„Ich weiß, du willst mich necken,

Doch du kannst mich nicht erschrecken!

Ich stups dich an, sag nur ein Wort:

HUUU! Und du bist fort!“

 

Lena probiert es aus, und sowohl das Vorhanggespenst als auch das Stuhlgespenst verschwinden tatsächlich.

Und dann kann sie schlafen. Und das allerkleinste Nachtgespenst ist im Übrigen auch ein schönes Kuscheltier.

Eine Bastelanleitung für ein solches Kuscheltier, das die Gespenster vertreibt, findet man auf der Verlagswebseite.