Und jetzt lass uns tanzen

 

 

 

 

Karine Lambert, Und jetzt lass uns tanzen, Diana Verlag 2017, ISBN 978-3-453-29191-1

 

Mit ihrem zweiten Roman „Und jetzt lass uns tanzen“ stellt sich die belgische Schriftstellerin Karine Lambert zum ersten Mal bei dem deutschen Publikum vor, nachdem sie mit ihrem Debüt in Belgien 2014 mit dem Prix Saga Cafe für das beste Debüt des Jahres ausgezeichnet wurde.

 

Es ist ein Liebesroman mit zwei ganz ungewöhnlichen Protagonisten. Ein Roman, der zeigen will, dass es für eine auch romantische Liebe kein bestimmtes ( vorzugsweise junges) Alter braucht. Bis sich Marguerite, eine 78- jährige Witwe und der 73-jährige aus Algerien stammende Marcel treffen, dauert es etwas. Zunächst beschreibt Karine Lambert das bisherige Leben der beiden. Marguerite war 55 Jahre mit ihrem Mann Henri verheiratet, in einer eher förmlichen Beziehung ohne Gefühle und Sex. Als es den in den ersten Jahren noch einmal im Monat mechanisch gab, wurde der Sohn Frederic geboren, der seinerseits später einen Sohn namens Ludovico bekommt, der für einen Tag in der Woche das Leben der nunmehr zur Witwe gewordenen Frau erhellt. Marguerite trauert nicht, sie fühlt sich befreit, vermisst aber auch den äußeren Rahmen, den ihr die Ehe mit dem erfolgreichen Notar Henri gegeben hat. Dennoch ist ihre Sehnsucht nach Leben und Leidenschaft groß  – zum großen Unverständnis ihres Sohnes, der zu einer genauen  Kopie seiner steifen Vaters mutiert ist.

 

Der 73-jährige Marcel hingegen war sein ganzes Leben mit seiner Kindheitsliebe Nora glücklich, nachdem diese Marcels Familie nach deren Emiragtion viele Jahre später aus Algerien nach Vincennes in Frankreich gefolgt ist. Doch auch Nora ist gestorben und  Marcel ist einsam.

 

Nun fügt es der Zufall, dass die beiden einsamen alten Menschen zur gleichen Zeit eine Thermalkur in den Bergen unternehmen, wo sie sich begegnen und sich fortan nicht mehr loslassen. Gegen alle Widerstände der jüngeren Mitglieder ihrer beiden Familien führen sie ihre Beziehung nach der Kur weiter und sie öffnen sich wieder dem Leben und der Liebe. Sie wagen es, sich neu auf einen anderen Menschen einzulassen. Sie schaffen es, sich ihr bisheriges Leben zu lassen und es zu würdigen und können so miteinander etwas völlig Neues erleben. Ja, auch im Alter geht das, sich neu einzulassen und trotz knapper Zukunft noch einmal neu zu beginnen.

 

Karine Lamberts Roman geht nahe, weil er seinen Leser konfrontiert mit der Möglichkeit, irgendwann im Alter auch allein  zu sein.  Ich habe den Roman mit großer Anteilnahme gelesen und mich mit den beiden alten Menschen  gefreut und dem, was sie aus ihrem Leben noch einmal machen.

 

 

 

 

 

 

 

Elefäntchen Naseweis

 

 

 

 

 

Loes Riphagen, Elefäntchen Naseweis, Bohem 2016, ISBN 978-3-95939-042-2

 

Die niederländische Bilderbuchautorin Loes Riphagen hat für dieses wirklich originelle und von Annabel Lammers ins Deutsche übersetzte Bilderbuch die berühmte Geschichte von Rudyard Kipling „Wie das Elefantenkind seinen  Rüssel bekam“ als literarische Vorlage gewählt  und erzählt mit ihrer Figur „Elefäntchen Naseweis“ die Geschichte auf ihre eindrucksvolle und witzige Weise.

 

Das Elefäntchen Naseweis hat einen kurzen Rüssel, ist aber neugierig, wißbegierig und steckt voller Fragen, die es einem Savannentier nach dem anderen stellt. Die Fragen handeln vom Aussehen, vom Verhalten und von den Ernährungsgewohnheiten der verschiedenen Tiere, die auf diese Weise auf den kleinen blauen Elefanten aufmerksam werden. So nehmen sie auch wahr, als der kleine Elefant das Krokodil nach seiner Lieblingsspeise fragt, und schwupps mit seinem kleinen Rüssel in dessen Maul landet. Nach einer konzertierten Rettungsaktion aller Tiere, die schließlich das Krokodil vertreiben, hat Elefäntchen Naseweis einen langen Rüssel. Und wie es sich darüber freut, was er alles damit anstellen kann !

 

Witzig erzählt und meisterhaft collagiert.

 

 

Das Goldene Buch des deutschen Fußballs

 

 

 

 

Hardy Grüne, Dietrich Schulze-Marmeling, Das Goldene Buch des deutschen Fußballs, Verlag Die Werkstatt 2016, ISBN 978-3-7307-0314-4

 

 

Zwei der profiliertesten deutschen Fußballhistoriker haben mit diesem schwergewichtigen Buch die Erfolgsgeschichte des deutschen Fußballs quer durch alle Epochen von den Anfängen zwischen 1870 und 1900 bis hin zu den großen Erfolgen  nach 2000 bis ins Jahr 2016 in Wort und Bild aufgezeichnet. Das Buch ist chronologisch geordnet, Problemthemen (etwa Fußball unter den Nazis oder Korruptionsskandale) werden in Rahmen der jeweiligen Zeit abgehandelt.

Den Themen Frauenfußball und Fußball in der DDR sind am Ende eigene ausführliche Kapitel gewidmet.

Die Autoren beginnen mit der offiziellen Einführung der Sportart im Deutschen Reich 1870, verfolgen die Entwicklung auf historisch-kritische Weise über die Weltkriege bis in unsere Zeit, lassen dabei jedoch auch den Unterhaltungswert nicht zu kurz kommen. Der Einfluss von Militarismus und Nationalismus – aber auch der Arbeiterbewegung vor allem in den Anfangsjahrzehnten – wird verständlich und interessant erläutert. Der Leser wird danach in den bundesrepublikanischen Fußball entführt, erlebt die Einführung der Bundesliga, nicht ohne auf gleichzeitige Kommerzialisierung dieses Sports und die Entwicklung von Gewalt in den Stadien auch in Deutschland hinzuweisen.

 

Das in Gold gebundene Buch ist wegen seiner informativen Vollständigkeit und seinem fabelhaften Bildmaterial jeden Euro seines Preises wert und eignet sich hervorragend als Geschenk für Fußballfans.

 

 

 

 

Henrietta spürt den Wind

 

 

 

 

Jochen Weeber, Fariba Gholizadeh, Henrietta spürt den Wind, Patmos 2017, ISBN 978-3-8436-0881-7

 

Henrietta Maiwald ist ein rothaariges Mädchen. Sie geht in die erste Klasse und ist ein Stubenhocker. Computerspiele, in denen sie Frösche und andere Tiere fängt und dafür Punkte bekommt, sind ihre Lieblingsbeschäftigung, der sie am Anfang des Buches auch nachgeht, als ein Ball durch die Fensterscheibe ihres Kinderzimmers fliegt.

 

Drei Schulkameraden aus ihrer Parallelklasse haben Fußball gespielt und  kommen nun herein. Ole, Luise und Paulchen verbringen viel von ihrer Freizeit draußen und sie nehmen Henrietta mit in die Natur. Dort zeigen sie ihr viele interessante Dingen und vor allen Dingen echte Frösche, statt nur die in dem PC-Spiel.

 

Für Henrietta sind  das vollkommen neue Erfahrungen, die sie begeistert aufnimmt: sie spürt den Wind, wie es im Titel des von Fariba Gholizadeh illustrierten Bilderbuchs heißt, das für Erstleser gut geeignet ist.

 

Als ihre Mutter abends ich ihr Zimmer kommt und sieht, dass sich die drei Mitschüler verabschieden, sagt Henrietta zu ihr: „Ich glaube, das sind meine Freunde.“

 

Ein wunderbares Buch, das erzählt vom eigenen Fühlen, der eigenen Wahrnehmung und von echter Freundschaft außerhalb des PCs.

 

 

 

Bauer Ente

 

 

Martin Waddell, Helen Oxenbury, Bauer Ente, Atlantis 2017, ISBN 978-3-7152-0721-6

 

Dieses Bilderbuch aus England erzählt mit wenigen Worten und wunderbaren, an „Wind in den Weiden“ erinnernden Bildern von Helen Oxenbury die Geschichte eines Bauernhofs.

 

Der Bauer, dem dieser Hof mit all den Tieren gehört, ist ein fauler Kerl und liegt am liebsten Süßigkeiten essend und Zeitung lesend in seinem Bett. Verantwortungsvoll kümmert sich die Ente um alles, den ganzen Tag, das ganze Jahr. Der Bauer ruft immer aus dem Haus: „Was macht die Arbeit?“  und die Ente sagt „Quak!“

 

Bis sie eines Tages nicht mehr kann. Da schmieden die Tiere des Hofs einen Plan. Mit ihrer Tiersprache sind sie sich schnell einig. Sie entern das Haus des Bauern,  werfen ihn aus dem Bett und jagen ihn mit Schimpf und Schande aus dem Haus und von seinem Hof. Und dann „machten sie sich an die Arbeit – auf ihrem Bauernhof.“

 

Das Bilderbuch lädt ein, mit den Kindern nach dem Vorlesen darüber zu reden, wieso die Ente erst zusammenbrechen musste, bis die anderen Tiere begreifen, dass auch sie für ihren Hof Verantwortung tragen.

Wunderdinge der Natur

 

 

 

 

Britta Teckentrup, Wunderdinge der Natur, arsedition 2017, ISBN 978-3-8458-1581-7

 

Wenn kleine Kinder draußen sind, dann entdecken und erleben sie die Natur und ihre Phänomen als ein großes Wunder und können fast unendlich viel Zeit damit verbringen, sich Dinge anzuschauen, sie anzufassen und mit ihnen Erfahrungen zu machen. Jeder, der mit seinem Kind spazieren gegangen ist durch Feld und Wald, kann das bestätigen.

 

Das hier vorliegenden Sachbilderbuch von Britta Teckentrup, deren viele Bilderbücher von einer großen Liebe zu der Natur und ihren Wundern zeugen, lädt die Kleinsten mit vielen Klappen auf eine Entdeckungsreise durch die Natur ein. Entweder sind es ganz kleine Tiere, die es zu entdecken und zu bestaunen gilt, oder es sind Tiere mit ihren Jungen, die die Kinder zur Identifikation einladen.

 

Nicht alles, was die Kinder in diesem Buch anschauen können, werden sie auch bei ihren Naturerkundungen mit ihren Eltern oder mit dem Kindergarten erleben, aber ein Besuch einem Zoo oder Tierpark lässt sie viele Bekannte aus dem Buch wieder treffen.

 

 

Frauen auf eigenen Füßen

 

 

 

 

 

Karin Sager, Frauen auf eigenen Füßen. Spazieren, flanieren, wandern, Elisabeth Sandmann 2016, ISBN 978-3-945543-21-4

 

 

Was heute für Frauen jeden Alters und aller Schichten eine Selbstverständlichkeit ist, war in früheren Zeiten ein Affront und der Bruch von klaren Regeln.

 

Die Kunsthistorikerin und Germanistin Karin Sager zeigt in dem vorliegenden Buch so wie in ihren vielen früheren Publikation, wie undenkbar das Flanieren in Städten für Frauen lange war, geschweige denn das Wandern in den Bergen. Diese Aktivitäten waren den Männern vorbehalten. Wer als Frau alleine im Park spazieren ging, galt als „leichtes Mädchen“.

 

Am Beispiel vieler zeitgenössischer Gemälde von Boldini, Spitzweg, Segantini, Maillol und vielen anderen zeigt sie, wie seit dem 19. Jahrhundert Frauen sich sukzessive diese Männerbastion eroberten und selbst die Städte und die Park und schließlich auch die Berge unter ihre Füße nahmen.

 

Karin Sagner nutzt die Kunst und Literatur, um die Entwicklung des weiblichen Gehens und die Veränderung in ihrer äußerlichen Erscheinung zu veranschaulichen. Mit einer gezielten Auswahl an Kunstwerken aus drei Jahrhunderten illustriert sie die kontinuierliche Veränderung in Mode, Konvention und Körpergefühl. Texte begleiten das farbige Bildmaterial. Diese sind entweder von der Autorin selbst verfasst oder zeigen Originaltexte von Zeitzeuginnen, wie Ricarda Huch und Virginia Woolf. Am Ende des Buches sind ausführliche Quellenangaben zu finden.

 

Es ist ein unterhaltendes Buch, das Kunst- und Kulturgeschichte verbindet, will aber keine fundierte kulturgeschichtliche Monographie sein.

 

 

Pandora

 

 

 

 

Victoria Turnbull, Pandora, Bohem 2016, ISBN 978-3-95939-044-6

 

Dies ist ein wunderbares und zauberhaftes Bilderbuch mit ausdruckskräftigen Bildern, das erzählt von Hoffnung, vom Wiederfinden der Lebensfreude und von der Kraft des Lebens, sich immer wieder zu erneuern.

 

Ein kleiner Fuchs namens Pandora lebt alleine in einer Welt aus lauter zerbrochenen Dingen auf einer Müllhalde. Aus dem, was andere weggeworfen haben, baut sie sich ein Zuhause und richtet sich gemütlich ein,. Doch sie ist einsam, denn nie kommt jemand sie besuchen.

 

Als eines Tages ein Vogel ( er sieht im Buch aus wie eine weiße Taube) vom Himmel fällt, kümmert sich Pandora rührend um ihren kranken Gast und pflegt ihn solange, bis der Flügel wieder heil ist und der Vogel wieder fliegen kann. Der kehrt immer mal wieder zurück und bringt Geschenke mit aus fernen Ländern, die alle in dem Karton landen, in dem der Vogel ruhte, als er krank war. Eine Tages – in dem Karton ist mittlerweile ein richtiges Nest gewachsen, kehrt der Vogel nicht mehr zurück. Pandora denkt, ihr Herz würde zerspringen.

 

Doch langsam und stetig entwickelt sich aus dem Karton etwas Neues, Lebendiges: die Vögel singen in einem Land voller Leben.

Victoria Turnbull ist eine preisgekrönte englische Künstlerin, deren wunderbares Buch  Annabel Lammers gekonnt ins Deutsche übersetzt hat.

 

 

Wir entdecken die Bibel (Hörbuch)

 

 

 

 

Andrea Erne, Robert Missler, Wieso.Weshalb, Warum., Wir entdecken die Bibel, Ravensburger Verlag 2017, ISBN 978-3-473-32663-1

Dieses Buch aus der durchweg empfehlenswerten Sachbuchreihe Wieso? Weshalb? Warum? für Kinder von vier bis sieben Jahren aus dem Ravensburger Verlag gibt auf insgesamt zwölf Doppelseiten mit vielen Klappen, die Einblicke ermöglichen und  Bewegungen und Abläufe veranschaulichen, eine Einführung in die Welt und in die Geschichten der Bibel. Ganz zu Beginn schreibt Andrea Erne:
„In der Bibel stehen Geschichten, Gedichte und Lieder, die von Gott und seiner Beziehung zu den Menschen handeln. Außerdem findest du in der sogenannten ‚Heiligen Schrift‘ auch Regeln, wie die Menschen miteinander leben sollen. Die Bibel der Christen besteht aus zwei Teilen, dem Alten Testament und dem Neuen Testament. Manches, was in der Bibel steht, wirkt heute unverständlich. Aber wenn du weißt, wie die Menschen in biblischer Zeit lebten, kannst du die Geschichten besser verstehen.“

Die Auswahl der Geschichten, die Andrea Erne getroffen hat und die sie sehr verständlich erzählt und kindgerecht erklärt, deckt den Grundkanon ab:

•    Wie hat Gott die Welt erschaffen?
•    Warum leben wir nicht mehr im Paradies?
•    Warum baute Noah die Arche?
•    Warum zogen Abraham und Sara nach Kanaan?
•    Wieso hat Jakob seinen  Bruder betrogen?
•    Warum wurde Josef verkauft?
•    Was geschah mit Josef in Ägypten?
•    Wer waren die großen biblischen Könige?
•    Was ist ein Prophet?
•    Wer war Jesus?
•    Wo ist Jesus aufgewachsen?
•    Wer waren die zwölf Jünger?
•    Mit welchen Menschen um gab sich Jesus?
•    Warum erzählte Jesus Gleichnisse?
•    Warum vollbrachte Jesus Wunder?
•    Was geschah an Jesus` letztem Abend?
•    Wie wurde Jesus verraten?
•    Warum musste Jesus am Kreuz sterben?
•    Was passierte nach Jesus` Tod?
•    Wie ist die Bibel entstanden?

Robert Missler hat zusammen mit Kindern aus dieser Vorlage ein Hörspiel produziert und sie in eine Rahmenhandlung eingebaut, in der Melina und Lukas, als sie bei Robert zu Besuch sind, in dessen Zimmer eine Bibel entdecken und neugierig auf deren Geschichten werden. Und Robert fängt an zu erzählen…

Mit authentischen Geräuschen und viel Musik.

Die Liebeserklärung

 

 

 

 

Jean-Philippe Blondel, Die Liebeserklärung, Audio Media Verlag 2017, ISBN 978-3-95639-204-7

 

In seinem neuen Buch erzählt der französische Schriftsteller und Lehrer Jean-Philippe Blondel die Geschichte eines jungen 27- jährigen Mannes namens Corentin. In den Sommermonaten arbeitet er als Assistent seines etwa 25 Jahre älteren Patenonkel Yvan. Dessen Geschäft ist es, nach vorherigen Absprache und Planung Hochzeitspaare an ihrem Festtag den ganzen Tag mit der Kamera zu begleiten und ihnen am Ende einen je nach vereinbartem Preis mehr oder weniger langen Film über den schönsten Tag ihres Lebens zu präsentieren. Meist begleiten die beiden Fotografen die Eheleute vom frühen Morgen mit den Vorbereitungen, über die verschiedenen Zeremonien bis zur Feier bis spät in die Nacht.  Insgesamt fünf verschiedene Paare in ihr Leben an diesem Tag werden in dem kleinen Roman beschrieben, doch schon beim ersten Paar geschieht etwas ganz Außergewöhnliches. Die Braut namens Aline bittet Corentin, ihr an einen stillen Ort zu folgen und sie dann zu filmen, während sie als Überraschung für ihren Bräutigam diesem eine Liebeserklärung macht.

 

Corentin ist von Alines Worten sehr berührt und sie motivieren ihn, im Laufe der folgenden Monate selbst ähnliche Aufnahmen mit Geständnissen und Offenbarung unterschiedlicher Menschen, die er kennt zu machen. In allen diesen Geschichten geht es immer wieder um Freundschaft, die Bindungskraft von Familien, es geht um Gefühle und um kleine und große Lebensentscheidungen.  Die Charaktere, die Blondel in seinem Buch beschreibt, sind ganz normale Menschen, Menschen, die sich fragen, wie andere sie wahrnehmen, Menschen, die versuchen, sich beim Älterwerden ein wenig von ihrer Jugend zu erhalten.

 

Und es geht natürlich um Liebe. Als man jene Liebeserklärung, die Aline zu Beginn des Buches, Corentin in die Augen schauend, ihrem zukünftigen Mann  gemacht hat, als Leser schon fast wieder vergessen hat, da taucht sie am Ende überraschend wieder auf. Und das Leben einiger sympathischer Menschen nimmt  eine völlig neue Wendung.

 

Ein schöne, berührende romantische Komödie von einem absoluten Meister der kleinen Romanform, die der Schauspieler Christian Baumann mit dieser ungekürzten Lesung auf eine charmante und viel französischem Flair verströmenden Weise hörbar und entspannt genießbar gemacht hat.