Hinter der Milchstraße

 

 

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Bart Moeyaert, Hinter der Milchstraße,  DTV 2016, ISBN  978-3-423-62618-7

Die Geschichte  in diesem Buch von Bart Moeyaert ist einfach nur eine Geschichte. Die Geschichte eines etwa acht Jahre alten Jungen namens Oskar, der mit seinem etwas älteren Bruder Bossie und ihrer Freundin Geesje die Ferien verbringt.

Diese drei sitzen fast ihre ganzen  Sommerferien über auf einer Mauer  der Alteisen AG, die von einem ausländischen Paar  betrieben wird. Diese Mauer und die dahinter  liegende  Straße,  die sie „Milchstraße “ nennen,  bezeichnen sie als ihr Clubhaus. Stundenlang sitzen sie da, beobachten  die Straße  und denken  sich ihre phantastischen Geschichten aus. Etwa die über jene alte und schon sehr gebrechliche Frau , die jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit mit ihrem nicht weniger alten Dackel an ihnen vorbeigeht. Wegen ihrer Stiefel nennen sie die Frau Nancy, denn Nancy Sinatras Lied von den Stiefeln ist das Lieblingslied von Oskars Mama, das sie ohne Ende spielen ließ,  bevor sie ging.

Aus Langeweile kommen die drei Kinder  auf die Idee, zu wetten, wer von den beiden alten Passanten eher stirbt,  Nancy oder ihr Dackel. Und dann tauchen sie  nicht mehr auf…

Wie so oft bei Moeyaert geht es auch in diesem Buch um Liebe und Verlust, doch mir ist jedenfalls beim Lesen nicht gelungen,  mehr zu entdecken, als eine Geschichte eines Jungen, der das Leben, das zum Teil harte Leben  hinter seiner bisher so viel Sicherheit versprechenden Milchstraße entdeckt.

Ich bin mir nicht sicher, ob Kinder in dem Alter, für die das von Mirjam Pressler übersetzte Buch empfohlen ist,  es verstehen und für sich entdecken können. Vielleicht ist zu viel von dem drin, was der mittlerweile  erwachsene Bart Moeyaert  als Junge selbst erlebt hat.